WDR contra SWR? 10:0

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Moritz Eggert hat Tom Buhrow vor einigen Wochen einen offenen Brief im BadBlog Of Musick geschrieben. Dieser Brief ist extrem weit über die sozialen Medien gestreut worden, jedenfalls für ein kulturpolitische Angelegenheit kam der Brief äußert weit herum – und er fand Zuspruch in weiten Teilen. Kritik bezog sich auf ein paar lächerliche Kinkerlitzchen im historischen Zusammenhang. Heute nun gibt der Intendant des WDR bekannt, dass er an seinen Orchestern, und zwar allen Vieren, festhalten werde. Das ist doch wunderbar, Eggerts Brief…

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Jazz ist Philosophie

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Darauf habe ich gewartet: nach der Philosophie der Fuge, der Philosophie des Grunge und den ganzen Philosophien der Musik jetzt also eine Philosophie der Jazz. Dabei wird mir doch jeder zustimmen, der einigermaßen seine fünf Sinne beisammen hat: Jazz ist Philosophie! Mittagessen ist Philosophie. Philosophie ist …, nein, … doch, ist Philosophie. Aktuell in der nmz rezensiert Reinhard Olschanski über Daniel Martin Feiges Philosophie des Jazz, den er nach Olschanski als Modellfall des Performativen untersucht. Klingt interessant? Aarrrgh. Nicht. Ich schaue da immer…

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Orchesterabschaffer Boudgoust freut sich

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Das SWR-Orchester Freiburg und Baden-Baden hat einen völlig unnützen Preis erhalten: Den ECHO Klassik. Dessen kulturpolitische Bedeutung ist zwar gleich Null, aber seine öffentliche Präsenz ist hoch; die BILD-Zeitung wird ja auch von vielen sehr geschätzt. Das Orchester, das es bald nicht mehr gibt, weil der Intendant des SWR, Peter Boudgoust es nicht für erhaltenswert hält, erhält einen Preis, der nichts taugt. Ja und? Ja und? Er jubelt laut auf. "Ich freue mich sehr über diese hochkarätige Auszeichnung für das SWR Sinfonieorchester…

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Angst vor Amazon? Angst vorm Leben …

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Der Buchhandel hat Angst vor Amazon, schon lange Zeit. Jetzt endlich haben es aber auch die Autoren mitbekommen und haben auch Angst. Kollektiv. Am Horizont steht der Online-Händler, der bald die ganze Branche dominieren wird. Verlage werden schließen, Autoren verarmen.  Amazon ist böse. Soviel immerhin ist wahr: Amazon ist böse. Aber die Geschichte erinnert mich an die Anfänge von Ritter Rost (von Jörg Hilbert und Felix Janosa), der heuer 20 Jahre wurde, also der Ritter. Als Lektor des damaligen Verlages oblag es…

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Ohne Musikkritik, kein Konzertleben?

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Auf diese Pointe läuft die These hinaus, die Peter Hagmann, Musikkritiker der Neuen Zürcher Zeitung, in seiner Laudatio auf Benedikt Leßmann anlässlich der Verleihung des Reinhard-Schulz-Preises für zeitgenössische Musikpublizistik abhob.

Allein, wenn es aus ist mit der Konzertkritik, dann verlöscht auch das Licht im Konzertsaal. Ohne Kritik keine Musik, es ist ganz einfach und alles andere als überheblich. Die Musikkritik bildet den öffentlichen Resonanzraum für die Musik. Gibt es diesen Raum nicht mehr, resoniert auch nichts mehr. Davon sind dann auch Sie betroffen als Zuhörerinnen und Zuhörer. Und Sie als Komponistinnen und Interpreten. (Quelle)

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Meine Stadt klingt: Nordenham

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Willst Du wissen, wie es um die musikalische Situation einer Stadt bestellt ist, mache einen musikalischen Wettbewerb. Genau das hat die Stadt Nordenham am Weserstrand jetzt getan. Sie sucht eine Hymne. Es ist ja schon gute Sitte und Brauch, dass zur Auffrischung des Stadtbildes nicht nur die Bepflanzung der Fußgängerzone gehört, die Ausstattung mit Parkraum oder der neue Springbrunnen, sondern zum Marketing der Stadt gehört eine Art Lobpreisung in Form eines Hörbildes. Die musikalische Form der Wahl ist die „Hymne auf …“,…

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Ausklang zum Wochenende

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Also am Wochenende will ich schon meine Ruhe haben vor der Aufgeregtheit der Welt. Man ist da gewiss privilegiert. Für viele Menschen ist das Wochenende nie eines, weil der Kummer, die Sorge, die Angst eine Beständigkeit haben, die nicht vor Zeitstruktur Halt macht. Unsere WM-Tipperin Lydia Bader mit Debussy. https://www.youtube.com/watch?v=-E-jXHn1o4Y PS: Etwas tiefsinniger befasse ich mich im Moment mit der Käuflichkeit der Jazzkritik im Blog der JazzZeitung.

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Die Kunst der Sequenz – Musikalische Analyse II

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Hier sehen wir einen frühen Beitrag zum „neuen Konzeptualismus“: Charlie Chaplin und Buster Keaton mit einer Aufführung von „Generation Thrill“ aus dem Film-Klassiker „Limelight“.

Charlie Chaplin and Buster Keaton (limelight… von Mallu-palace

Es geht hierbei um eine Dekonstruktion des Konzerts als Desavouierung des Aktes der Kontemplation. Die beiden Akteure, aus linguistischer Sicht und zur Abgrenzung gegen den sonst missverständlichen Gebrauch, nachfolgende Aktöre (Referent, Signifikanz, Signifikat oder Siggifikant) genannt, betreten die Bühne eines Theaters musikalischer Grausamkeiten. Deutlich zeigen sie, wie scheinbar periphäres Agieren zum Zentrum ihrer eigenen performativen Distanz dissoziieren. Wie wenig ihnen es um die Musik geht, geht aus der Unspielbarmachung ihrer anderen Aktöre (der Instrumente) hevor. Hier wird alles zur Disposition gestellt. Noch der Kampf um die Spielbarmachung von bedrucktem Papier (Noten) stellt die Frage, wie sehr Anweisungen (Noten sind ja nichts anderes als Anweisungen, Regeln, Konventionen und quasi autoritäre Entitäten) am Ende überflüssig sind.

Kampf um gesellschaftliche Anerkennung

Auch die Austauschbarkeit der Instrumente wie ihre Spielweise (Violine linkshändig oder rechtshändig), zerstört oder aus dem Ärmel gezaubert, wird vorweggenommen im Spiel der verschieden langen Beine des Aktörs in weiten Hosen. Es ist der Kampf um gesellschaftliche Anerkennung, es geht um die Kritik des Defekts, die hier nicht sinnfälliger zum Tragen kommt.

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The Art Of Flötentöne

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Jetzt habe ich mich aber ganz schön in Bedrängnis gebracht. Ein bisschen war der Wunsch, an dieser Stelle täglich irgend etwas vollkommen Kluges, Tiefsinniges oder eben absolut Absurdes ins Netz zu stellen. So ein bisschen den Wind aus den Segeln der Nachrichten zu nehmen und nicht mitzählen zu müssen, wie häufig der Vorhang kam bei so einer Premiere. Ein bisschen auch die Sachen hingeschmiert sein lassen.

Nun kommt die Steuererklärung dazwischen. Beziehungsweise der Umbruch der neuen musikzeitung, meines kleinen Steckenpferdes in Sachen Publizität. Die Kollegen ächzen ja unter Politik & Kultur nicht schlecht und unter der JazzZeitung, die heute, ein bisschen Werbung darf sein, online auch zu kaufen ist als PDF. Noch bevor sie gedruckt beim Leser ist.

Wo war ich stehen geblieben. Steuererklärung, ächzen und so. Ja. Ab und zu die Herausgeber durch die Schleuse lotsen, derweil diese Urlaub machen. Es ist also nicht so einfach, wenn man noch einen Job hat, so ein Blog mitzubetreiben. Aber auch nicht so ganz schwer. Leute, Menschen: bloggt, sonst tuts kein anderer. Twitter und Facebook und Google+ sind nett. Aber Herzblut und Bloggen, das gehört einfach zusammen und gehört der Bloggerszene.

Verbunden sei das mit dem Versprechen, regelmäßig hier was passieren zu lassen. Wer nix verpassen will – und es wird hier viel zu verpassen geben – kann sich über die Benachrichtigungsfunktion oben rechts neben dem Text eintragen und bekommt dann pünktlich Infomails. (Austragen geht natürlich auch.)

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