Von allen Seiten ist die Kultur und die Vernunft durch Angriffe bedroht. Manchmal auch in der Sache zurecht.

1956 – Dr. Hufner analysiert: Lennie Tristano, Turkish Mambo

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit

Turkish Mambo ist ein Klaviersolo. Jedoch macht Tristano sich einige technische Verfahren zunutze. Der Hintergrundpart dürfte aus drei Schichten bestehen, drei ostinaten (sich wiederholenden Pianophrasen), die nacheinander übereinander gelegt werden. Ein alter Freund würde das mit "Wir bauen eine Stadt” bezeichnen. Danach (nach über einer Minute) setzt das eigentliche Pianosolo ein.Musikbeispiel 1:Lennie Tristano, Turkish Mambo, Anfang (MP3 - 1,34 MB - 1:24)Wir bauen eine Stadt, ja und nein. Die drei übereinandergelegten Klavierphrasen sind nicht aufeinander passend gebaut. Die Phasenlängen differieren. Da Tristano…

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Regensburg fällt durch

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit

Ich mochte Regensburg nie richtig. Ich habe meine Frieden geschlossen mit dieser Stadt, aber ansonsten empfinde ich diese Stadt als tödlich langweilig, öde, eingebildet, als Blendwerk mit nichts dahinter. Kneipen gibts, ja, und zahlreich. Schöner Fluss mittendrin. Aber eine Stadt ohne Zukunft, eine Totenmaske ihrer selbst. Sie tötet sich in ihrer Langeweile. Nein, nicht dass es nicht genug Feste gäbe, es gibt sie, aber sie sind rückwärtsgewandt. 750 Jahre dies, 500 Jahr jenes, blablabla. Und den Besuchern vor Ort ist dies sowieso…

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1956 – Der coole Jazz: Lennie Tristano: Line Up

  • Lesedauer:5 Min. Lesezeit

Im Musikunterricht waren wir gemeinsam in einer Klasse, während die anderen Kinder bunte Bilder malen oder klebten oder schnitten, kneteten. Man nannte das in unserer fortschrittlichen Lernanstalt übrigens „Visuelle Kommunikation”. Wenigstens ließ man den Begriff der Kreativität damals komischerweise weg. Also Roger und ich und noch ein paar wenige waren Auserwählte für den Musikunterricht in der zehnten Klasse. Thema: Geschichte des Jazz. Vom Blues, Negro Spirituel über New Orleans, Chicago, Swing, Bebop, Cool Jazz bis zum Free Jazz. Ich, als Traditionalist mit…

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Sociologie am Äh-Steh-Tisch

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit

Zum Leidwesen vieler meiner Bekannter bin ich, trotz meines Bekenntnisses zu neuen Musik, ein Historiker. Da beschäftigt man sich in der Regel mit alten Texten. Als Historiker aber arbeite ich nicht sauber genug. Der historische Stich, die Anregung, das ist es, was mich interessiert. Probleme nebensächlicher Art meistens. So erinnere ich mich an die Suhrkamp-Edition von Georg Simmels “Soziologie - Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung” von 1908. Da Simmel dieses Werk nicht als Ganzes konzipiert hatte, sondern Stück um Stück zusammentrug,…

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Wer schreibt, der bleibt [Rechtschreibreform 2004]

  • Lesedauer:3 Min. Lesezeit

Da hat man nun den Salat. Wegen schlechter Witterung fand die Revolution in der Rechtschreibung statt. Nur ist das nicht einmal eine Revolution, die zurück ist keine nach vorne, die nach vorne ist keine zurück. Auch ist die Rechtschreibreform kein Reform sondern nur eine Änderung. Den Fehler, dies als jenes auszuzeichnen, haben sie alle gemacht. Jetzt hat man den Salat. Jetzt machen FAZ, Spiegel und Springer-Verlage ihre Lösung, einige schon immer, andere jetzt neu. Das wäre alles kaum von Interesse, wenn nicht…

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Weblog-Schließung

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit

Im Angesichte des Auffindens dieses Zettels zwischen altem Kassettenmüll verkünde ich für demnächst und unwiderruflich eine unerwartete zwischenzeitliche Abschaltung des Weblogs der “Kritischen Masse”, so lange, bis der Einschaltknopf wiedergefunden worden ist und Farbe sich ins Gesicht niederschlagen konnte.

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Die N400-Anomalie

  • Lesedauer:2 Min. Lesezeit

Haacki fragte mich, was denn das N400-Phänomen sei. Ich kann sie beruhigen. Wissen muss man das natürlich nicht. Ich kannte es bis letzten Sonntag nachmittag auch nicht. Dann kam nämlich das Feature “Eine Oper schreiben heißt: Keinen anderen Ausweg wissen” - Das inspirierende Wechselspiel von Wissenschaft und Musik · Von Mathias Schulenburg. Dort heißt es ausführlich: "Die Module, die sich bei als falsch erkannten Klängen erregen, sind die gleichen, die auf grammatische Fehler beim Sprechen hin aktiv werden. Auch unerwartete Bedeutungs-Schräglagen rufen…

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Rat-Schlag (Menschen abholen)

  • Lesedauer:1 Min. Lesezeit

Die pädagogische Einstellung: den Menschen (Schüler) dort abholen, wo er steht klingt nett und freundlich, entgegenkommend. Aber dieser Rat-Schlag ist falsch, denn er verfestigt den status quo. Und er umgeht die wichtigere Frage, wer den die Menschen (Schüler) dort hinstellt, wo man sie dann abholen soll. Der pädagogische Rat-Schlag ist nur eine Übertragung aus dem Marketing und der Werbung auf die Pädagogik. Nicht anders funktioniert Werbung oder Marketing, deren Ziel es einzig ist, ein Produkt zu verkaufen. Dazu macht man Umfragen, um…

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Kulturaustausch – mediterran

  • Lesedauer:4 Min. Lesezeit

Gestern blieb es hier etwas stumm, denn eine Redaktionssitzung forderte mich heraus. Sie wurde typischerweise zu einer Ein-Tages-Klausur. Ertragreich, streitvoll, jedoch gerne konstruktiv. Da ich gestern bester böser Laune war, stellte ich wieder mal fast jedes Thema infrage. Irgendwann kam es zum Komplex EU-Kultur und Kulturaustausch. Ein heftiger Schlagabtausch zog sich dann hin und her. Als Feind institutioneller Kulturabwicklung verwies ich auf organische Bewegungen und “meinen” Begriff von Kulturaustausch, bei dem ich nicht den Tausch von Kultur als Ware im Mittelpunkt sehen…

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Me and my Amiga 1000 [1990/2004]

  • Lesedauer:6 Min. Lesezeit

Nachdem man feststellen konnte, dass Semmelmann ein Amigaumtriebiger war, muss das Huflaikhansche Amiga-Wesen auch herausgekitzelt werden. Dazu gehört auch die enthüllung dieses Fottos™, das den Huflaikhan nicht in einer ihm selbst gefallenden Pose zeigt. Man war jung und irgendwer wollte unbedingt das fottografieren. Zu seinen Schwächen des Abends stehen, jawohl. Es zeigt den Geistesarbeiter an seiner Arbeitsmaschine mit dem Licher Pils. Dabei war der Weg zum Amiga eher ungewöhnlich und umständlich. 1986, als Student in den Semesterferien ein wenig etwas gearbeitet und…

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