Kantri-Musik

Schönes Missverstehen beim Fernsehhören. Gehört: Country - Loaded; gemeint und geschrieben: Kant - reloaded.

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MDR.DE: FIGARO-Motive zum Download

Im MDR gibts FIGARO-Motive zum Download. Nach dem Ballkleid nun auch einen “Mann” im Auto, Hände hinter dem Kopf verschränkt und ein als “Kissen” beiteltes Motiv, bei dem ein mitteljunge Frau aufmerksam sich in ein Kissen schlummert (oder anders herum). Sie scheint nachdenklich zu sein, ja fast ein bisschen überrascht, dass da etwas irgendwo ist, was interessant ist. Fast schon zu viel Aufmerksamkeit für ein als Tagesbegleitprogramm angelegtes Sendekonzept.

Anders ist die Sache beim Autofahrer. Der scheint sich in seinem Auto so wohl zu fühlen, dass es sein mag, er lebe darin. Gemütlich lächelnd sitzt er da. Das Auto kann ich zwar nicht markentechnisch zuordnen, aber es wirkt sehr geräumig. Über seinem Kopf ist jedenfalls enorm Platz. “Das Schöne lauert überall”, im Ballkleid, ums Kissen herum, im Auto. Was das mit Rundfunk zu hat, mit Kultur-Radio, mit “dem” Kultur-Radio? Keine Ahnung. Und mich würde mal interessieren, wie die Motive gearbeitet wären, wenn die drei Personen MDR Jump, Sputnik oder die Landessender hören würden. Aber, den Verdacht hatte ich bereits. Die hören gar nicht MDR Figaro sondern sitzen nur einigermaßen bequem, vergnügt, nachdenklich, gelangweilt, ichweißnichtwas.
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Verdi als Strafe

Dass das Hören “Klassischer Musik” als Sanktion gelten kann, hat ein amerikanischer Richter nahegelegt. Er verdonnerte einen Autofahrer zum Anhören von zwei Stunden Musik aus Verdis La Traviata; alternativ 500 US-Dollar Bußgeld.

Der verurteilte Autofahrer wurde zuvor von einer Polizeistreife nahe South-Beach Miami angehalten, weil er bei offenem Sonnendach und Autofenstern zu laut Musik des Hiphopers 50 Cent gehört hat. Nach der biblischen Formel: “Wie du mir, so ich dir” wurde die akustische Belästigung der Umgebung durch eine zwangsweise Beschallung ausgeglichen. Judge Jeffrey Swartz told him: “You’ve imposed your music on me and now I’m going to impose my music on you.”

Seither sind es in Miami vor allem Liebhaber klassischer Musik, die mit offenen Autos die Umgebung belästigen, um dann in den kostenlosen Genuss italienischer Opern zu gelangen. Nebenbei scheint Swartz auch die Szene vor Ort zu unterstützen, indem er aktuell auf das Progamm des ostansässigen Opernhauses Bezug nimmt. Ein früher schon auf ähnliche Weise Bestrafter Frisör namens Daniel Anderson meinte nach Abhören von Puccinis “La Boheme”: “I open my mind to any kind of music. If it was in English, I’d listen.”
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Theo Geißler 57

heute war es soweit, ein Mann ist älter geworden. Im Prinzip von gestern auf heute so wie ich, nämlich um einen Tag. Dennoch eine herzliche Gratulation und mache er weiter.…

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Literarischer Salon Regensburg

Es ist vollbracht. Heute abend tagte zum ersten Mal der vorläufig sogenannte literarische Salon im Café Filter oder Filter Café - jedenfalls vormals Allegro. Das lief wie am Schnürchen und…

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Erik Satie – Klaviermusik

Durch ein schönes Geschenk einer alten Freundin kam ich nach langer Zeit mal wieder in den Genuss, Musik von Erik Satie zu hören. Darunter war auch Musik, die ich bisher nur am Rande wahrgenommen habe, wie die “Première pensées et sonneries de la Rose Croix” oder “le Fils et Etoiles, wagnerie Kaldèene du Sar Peladon”. Denn in diesen Stücken ist der nahcträgliche Bezug zu den Stücken für präpariertes Klavier von John Cage ziemlich deutlich. Dabei handelt es sich um ein ganz einfaches Phänomen.

Ich habe es vor zig Jahren das Präparieren von Tönen genannt. Das Prinzip ist einfach. Wenn bei Cage beispielsweise in den “Sonatas & Interludes” ein bestimmter Ton gespielt wird, dann erhält man einen komplexen und charakteristischen Klang. Die Noten auf dem Papier, die man spielt hat keine Bedeutung im Sinne eines Tones der älteren Musik. Man kann schwer nur sagen, ob der Klangeindruck zwingend höher oder tiefer ist, wenn es auch auf dem Papier so aussieht. Noch deutlicher wird das Phänomen in den “Six Melodies” für Violine und Klavier: Es gibt nur einen bestimmten Vorrat an Klängen aus Violine und Klavier. Ich habs früher mal durchgezählt. Es simmt. Auch im frühen Streichquartett haut das hin. Bei Satie gibt es ähnliche Phänomen in den Rosenkreuzer-Stücken und vor allem in den Vexations. Es ist nicht so wichtig wie bei Cage – vielleicht nur ein Nebenprodukt aus dem Geist der Mixtur. Bei Cage ist diese Präparation zu einer bestimmten Zeit total geworden. Faszinierend.

Bei Satie passiert aber noch etwas anderes. Es scheint fast so, als ob Satie die mit Tönen in Verbindung gesetzte Emotionen präpariert. Als ich vor drei Tagen abends die Stücke gehört habe, da sprangen sofort zahlreiche Türen auf. Das ist durchaus noch anders gemeint als mit Musik, die auf bestimmte Situationen direkt zurückweist. Be Satie verweht sich ein ganz eigenartiger Duft, den man ohne je Frankreich gekannt zu haben, Herbheit und Süße hervorruft. Ganz tolle Musik gewiss.
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Stille für 99 Cents

Über Apples iTunes-MusicStore lässt sich auch Stille gut verkaufen. Das zumindest berichtete Ina Fried in der SF Chronicle und hat nachgeforscht.

Es handle sich dabei um insgesamt neun Titel, von denen drei, „Silent“ bezeichnet, von der Gruppe Slum Village stammen. Weitere Titel im Angebot von iTunes sind “Silence,” von Ciccone Youth, “Silence” von Bill Schaeffer und “One Minute of Silence” von Project Grudge. Das ließ die Journalistin aufhorchen. Jeder Track besteht eben aus Stille und kostet 99 US-Cents. Da sei die Frage nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis gestellt. Fried rät dabei zum Download des Stückes von Bill Schaeffer, denn mit gut zwei Minuten enthält es gut doppelt so viel Nichts wie jedes der anderen aufgeführten Stücke. Nicht im iTunes-Store verfügbar ist leider das Meisterwerk von John Cage mit dem Titel 4‘33‘‘, bei welchem es sich immerhin um Neue Musik handelt und mit Sicherheit den stärksten Eindruck hinterlässt und auch kompositionstechnisch den anderen Stücken weit überlegen ist und schlussendlich auch das beste Preis-Leistungsverhältnis bieten würde. Da sage doch noch mal einer, dass neue Musik esoterisch und abgehoben oder geradezu elfenbeintürmern sei.
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