Als das Dorf noch nicht global war

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Es ist gar nicht so lange her, da war die Frage der Ausbildung der Heranwachsenden vor allem auch eine Frage des Ortes an dem man lebte. Jemand auf dem Dorf hatte nur mit Mühe und viel Hilfe die Möglichkeit, einen Platz in einer anderen Zukunft zu finden als derjenigen, in der er sich befand. Mein Vater war sogar von einem Dorfe noch zusätzlich entfernt, weil er tief im Wald aufwuchs. Sein Vater war Förster. Mit Hilfe von Blicken von auswärts, also vom…

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Kusanowsky lehrt über Urheber

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 Es gefällt ja einigen nicht so sehr, was Klaus Kusanowsky schreibt, aber er trifft doch genug ins Schwarze. Über  die Initiative „Wir sind die Urheber“ lässt er folgendes einfließen: Klaus Kusanowsky in Differentia “Wir sind die Urheber” soll nur heißen: ihr seid es nicht. Ihr seid unserer Publikum. Dass das so imaginierte Publikum aber auch zum größten Teil “geistig” produktiv ist, wird ignoriert, weil die meisten damit kein Geld verdienen. Als ob Urheberschaft das Recht auf Bezahlung beinhalten würde! Damit kommt ein…

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Herr Kinkel, wer ist eigentlich ihr Lieblingsmusiker? – Kulturpolitik von Parteien im Internet, eine Nullnummer

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Die Wahlen zum Europaparlament haben es wieder deutlich gemacht. Das Interesse an einer europäischen Gemeinschaft ist nicht besonders ausgebildet. Ein Wahlkampf fand nicht statt. Überhaupt läßt sich von der Politik der letzten 20 Jahre sagen, daß die Abkapselung des politischen Verständnisses der Parteien gegenüber der Politik des Alltags sich verschärft hat. Vor Jahren hat man dafür den Begriff der Politikverdrossenheit eingeführt und meistens den Schuldigen auf Seiten des gemeinen Volkes ausgemacht. Momentan tut die Regierung ja alles mögliche, um wenigstens eine aktivierende…

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Zukunft: vergänglich

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Durch den Aufbau von einigen Regalen konnten nun auch endlich Bücher wieder an das Tageslicht geholt werden, die zwei Jahre lang den Keller trocken hielten.  Das Interessante dabei, es war auch welche von Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre dabei. Mein Vater besaß sie. Jaspers: Die Atombombe und die Zukunft des Menschen Russell: Hat der Mensch noch eine Zukunft? Welche Macht damals der Konflikt zwischen Ost und West hatte, ist so extrem bei Russell zu sehen. Heute scheint es, man…

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Turm

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BücherverbrennungIn einer Welt, in der längst die Bücher nicht mehr aussehen wie Bücher, sind es nur noch solche, die keine mehr sind. Stand am Anfang der bürgerlichen Ära die Erfindung der Druckerpresse, so wäre bald deren Widerruf durch Mimeographie fällig, das allein angemessene, das unauffällige Mittel der Verbreitung. [Band 4: Minima Moralia.
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1983 – Volker Braun – 2004

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Der Undank des Volkes Kunze fragte: Warum sind unsere Menschen so unzufrieden? und gar nicht dankbar? Die so vieles haben, wovon sie einst nur träumen konnten! Fernseher, Kühlschrank, Waschmaschine und den Sozialismus. — Sie wollen nicht dankbar sein für etwas, das sie selber machen, sagte Hinze. Friede Freude Freiheit Hinze parlierte mit einem Bundesbürger, dessen Zufriedenheit ihn faszinierte. Der wähnte sich im Besitz der Freiheit — nach dem Ding, dem Hinze sein Leben lang nachjagen würde. Er hat uns einige erschwingliche Freiheiten…

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Kulturaustausch – mediterran

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Gestern blieb es hier etwas stumm, denn eine Redaktionssitzung forderte mich heraus. Sie wurde typischerweise zu einer Ein-Tages-Klausur. Ertragreich, streitvoll, jedoch gerne konstruktiv. Da ich gestern bester böser Laune war, stellte ich wieder mal fast jedes Thema infrage. Irgendwann kam es zum Komplex EU-Kultur und Kulturaustausch. Ein heftiger Schlagabtausch zog sich dann hin und her. Als Feind institutioneller Kulturabwicklung verwies ich auf organische Bewegungen und “meinen” Begriff von Kulturaustausch, bei dem ich nicht den Tausch von Kultur als Ware im Mittelpunkt sehen…

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1929 – War alles schon mal da … [Siegfried Kracauer: Die Angestellten]

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Seit der erneuten Beschäftigung mit Klassikern der Soziologie und Ökonomie wird der Kreislauf, vielleicht sogar das Stilltreten der Zeit immer deutlicher. Engels Beobachtungen in England, Tocquevilles Kritik Amerikas machten das deutlich. Nun liegt Siegfried Kracauers Studie aus den 30er Jahren "Die Angestellten" auf dem Schreibtisch. Nichts scheint sich zu ändern, nichts. "Die Angestellten müssen mittun, ob sie wollen oder nicht. Der Andrang zu den vielen Schönheitssalons entspringt auch Existenzsorgen, der Gebrauch kosmetischer Erzeugnisse ist nicht immer ein Luxus. Aus Angst, als Altware…

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