Kritik der generativen Bilder 1926 – Robert Musil

Die Geschichte ist listig.

… Am letzten Tag gehen sie bis zum nächsten Papierladen; dort kaufen sie Ansichtskarten und dann kaufen sie auch noch beim Kellner Ansichtskarten. Die Ansichtspostkarten, welche diese Menschen kaufen, sehen in der ganzen Welt einander ähnlich. Sie sind koloriert; die Bäume und Wiesen giftgrün, der Himmel pfaublau, die Felsen sind grau und rot, die Häuser haben ein geradezu schmerzendes Relief, als könnten sie jeden Augenblick aus der Fassade fahren, und so eifrig ist die Farbe, daß sie gewöhnlich noch auf der anderen Seite ihrer Kontur als schmaler Streif mitläuft. Wenn die Welt so aussähe, könnte man wirklich nichts Besseres tun, als ihr eine Marke aufzukleben und sie in einen Kasten zu werfen. …

Robert Musil

Dazu passt, dass offenbar das aktuelle Geschäftsmodell der generativen Kunst an Grenzen gestoßen ist: einerseits der des Angewidertseins, andererseits ökonomisch, da sich die Produkte nicht verwerten lassen. TikTok und Youtube ziehen die Reißleine, ebenso Bandcamp und ein bisschen auch Spotify.

Am Ende werden Profiwerkzeuge bleiben, die sich monetarisieren lassen wollen. Es wird zu einer Kriegstechnik werden, zu einer Waffe in den Händen staatlicher Manipulation in entsprechenden Staatsformen. Die letzte Generation war schon.

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