Hinhören und weglaufen – die sog. Neusser Marketing-Schule

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Die Deutsche Kammerphilharmonie Neuss (dkn) macht was her mit ihrer Klassiklounge. Hinhören und weg sein. Was sich die Werbeleute dabei aber gedacht haben, ist fast nicht mehr nachzuvollziehen. Muss man vielleicht ja auch nicht, da haben einfach ein paar Strategen ein paar Bananen zu viel gegessen, scheint mir. Beitrag von Hinhören. Soll das Bild hier nun schockieren, soll es anzeigen, dass hier die Dinge anders laufen als bei einem normalen Konzert, dass es riskant ist in hohem Maße für die Musiker? Auf…

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Sport für Musikinstrumente – Scheitern als Leben

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Matthias Kaul und Neele Hülcker haben Spaß mit Musikinstrumenten. Drei Studien. Man beachte vor allem den Ort der Inszenierung. Nur auf den ersten Blick mögen die zum Beispiel bereitgestellten Leitern im Hintergrund wie zufällig angeordnet wirken. Das ist aber nicht richtig. Bis in die kleinsten und unscheinbarsten Details hinein wirkt hier ein verdammt ausgeklügelter Plan. Scheitern wird hier beklemmend als gescheitertes Scheitern interpretiert: Ein endloser Kampf gegen das Untergehen, gegen Willkür und gegen kulturelle Wunden aufs Tableau gebracht. „Studie“ und „Übung“ in…

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Musikvermittlungs-Blues (Masse und Individuum)

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Einen der ersten großen Musikalisierungsversuche ist durchs Fernsehen der DDR dokumentiert worden. 1983 füllte man sich mit Musik die Arenen und man verfolgte damit ein ehrgeiziges Ziel. http://youtu.be/lF-XLRqqzaM Getarnt war dies als Sportveranstaltung, in Wirklichkeit wurden hier Musikmanager ausgebildet. Und Intendanten aller künftigen Rundfunkanstalten. Es passt alles so wunderbar zusammen. Mitreißend gestaltet, so sozialistisch, so frisch, so aufgeklärt. Nein, ernsthaft, Musikmachen geht anders. http://youtu.be/alfqX3WRJP0 Der Gitarrist Joseph Spence von den Bahamas zeigt, wie man komplett flexibel in Ton und Text umherfliegt. Aber…

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Meisterleistung: Quart-Sext-Quartett

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Musik in Filmen ist steter Grund zur Freude. Den Nichtmusikern kann es egal sein, aber „Kenner“ können sich amüsieren. So wie wahrscheinlich Chirurgen Arztserien zur Stärkung ihrer Bauchmuskulatur nutzen. Ein besonderes Exemplar der Gattung, irgendwas passt hier aber ganz gewaltig nicht zusammen, stammt aus einer Folge von Star Trek – The Next Generation. In dieser Episode aus dem Jahr 1990 wird klassisch musiziert. Mozart und Brahms. Man sieht, es ist unvergänglich, die klassische Musik des 18. und 19. Jahrhunderts. Natürlich sind die…

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Gigantische Schritte (1920 / 1960 / 2000)

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Längst ein Klassiker, kennt diese Animation von Michal Levy trotzdem wahrscheinlich nicht jeder. Muss man ja auch nicht. Der Film ist von 2002 und selten zu sehen (hier aus dem Cache bei Google in hoher Qualität). Denn bald nach Veröffentlichung gab es offenbar Probleme mit den Rechten an der Musik. Und das ist sehr schade gewesen. Im Prinzip wäre es möglich gewesen, sich den Film mit der Musik selbst zu synchroniseren. https://vimeo.com/6428820 Das Problem scheint aber mittlerweile behoben, der Klassiker des Jazz…

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Das Ich im Ich in der Musik

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In einem Beitrag auf ARTE widmete man sich der Frage des Wartens. Dabei wurde ein französischer Philosoph (Nicolas Grimaldi) von Raphaël Enthoven interviewt, der unter anderem sagte (ich zitiere aus der Erinnerung), Genuss, den man nicht teilen kann, kann man nicht (so gut) genießen. Auch wenn es in der Philosophie mit dem erinnerten Zitieren etwas hakelig ist, denn in Philosophie geht es ja gerade um die Nuancen, müsste es so gewesen sein. Er sagt: Ein nicht geteilter Genuss, ist kein Genuss. (Minute 17:17)…

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Musikalische Analyse III: Unpopuläre Musik

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Popmusik ist Industrie, Popmusik ist billig, Popmusik lohnt nicht. Außer für den Makler. Stimmt. Aber es gibt auch unpopuläre Musik. Das Beispiel, das ich hier gewählt habe hat den schwerwiegenden Text "Frankenstein conquers the world" zur Basis und stammt von Jad Fair und Daniel Johnston. Zwei amerikanische „Stars“ der Off-Szene. https://youtu.be/bspFtpreYgk Frankensteine Bei diesem zwei-Ton und zwei-Akkordstück könnte man sich denken, wow, mit wie wenig die auskommen, das ist ja Punk, noch einmal mit Folkverschnitt aufs Grundsätzliche reduziert. Genauso ist es. Die…

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Musikalische Utopie 1: Astromentale Musik (Franz Werfel, 1945)

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In Franz Werfels Roman „Stern der Ungeborenen“ von 1945 findet sich eine Schilderung der Musik des fernen Zeitalters, die ein Blick an das Ende der Musikgeschichte wirft. Die Instrumente des dort anwesenden Orchesters werden folgendermaßen beschrieben: „Sie waren in den Formen zum Teil verschieden von den unserigen, im Prinzip aber dieselben. Und sollte Menschheit nochmals so alt werden, dachte ich, sie wird immer auf dieselbe Art Musik machen, indem sie singt, fiedelt, zupft, bläst, auf gestimmten Saiten oder auf gespannte Felle schlägt.…

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Musikalische Analyse II: Unspielbare Musik

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Wenn man denkt, in der sogenannten klassischen Musik gäbe es unspielbare Musik, die so schwer zu spielen ist, dass man Scheitern müsse, der irrt. Neue Musik ist total einfach, zumal es Musiker und Musikerinnen gibt, für die es keine Hürden zu geben scheint. Und wenns mal wirklich zu schwer wird, ist das bekanntermaßen die Intention der Komponistin oder des Komponisten. Aber was eben wirklich nicht geht: Bass spielen und singen zugleich. Der Bassist Jay Leonhart hat das in so wunderbare Verse gekleidet…

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