Der fiese Gast – und seine Replik

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Fast monatlich bekomme ich einen Nachtgast, also so einen, der eine Nacht bleibt; eben einen, der ein Bett für eine Nacht in der ihm fremden Stadt benötigt. Dieser Gast war nun da. Ich kann den zwar überhaupst nicht leiden, weil er schmutzt und einen in einer Tour beleidigt, weil er 1860er-Fan ist, weil er dick und kurz ist und mit Bart. Mit einem Wort: Weil er mich an mich erinnert, wenn ich einmal so…

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Das Potential rechts

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Warum interessierte mich die Wahl in den USA nur mehr als eine hiesige? Furcht? Bange? Wenn der Präsident der USA in der BRD gewählt worden wäre, so haben Zählheinis herausgefunden, hätte Kerry mit 80 Prozent Mehrheit gewonnen. Na toll. Aber bei den eigenen Wahlen derartig versagen. Der Splitter im eigenen Auge sei das beste Vergrößerungsglas, sagte so ähnlich mal einer in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Da ist was dran. Und was dran…

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Politik: Vertrauen und Gemeinheit [Karl Jaspers]

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Moe verweist auf eine „Pro-Hartz Anzeige einiger „Prominenter Deutscher" in der kommenden SZ. Unter ihnen Leute wie Flimm, Luepertz, Grass, Glotz, selbst den Rechtsphilosophen und -gechichtler Uwe Wesel (den ich im Gegensatz zu den andern immer sehr geschätzt habe). Angeblich wird da drin stehen etwas wie: „Wir, die Initiatoren dieser Anzeige, wählten und wählen ganz unterschiedliche Parteien. Wir arbeiten in diesem Land, wir bezahlen Steuern in diesem Land, wir bekennen uns zu diesem Land.…

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Gernot Romann: ein „Prophet der Toleranz“?

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O-Ton Gernot Romann, NDR Programmdirektor Hörfunk: “Leider hat Gotthold Ephraim Lessing keine Konjunktur. Der Prophet der Toleranz passt nicht ins Schema enger Glaubensbekenntnisse, ist den Geschmackspolizisten unserer Tage suspekt. Auch im Radio gilt: Was nicht den Vorstellungen einer sich als Elite begreifenden Minderheit entspricht, wird erbarmungslos bekämpft - bis hin zur persönlichen Verunglimpfung von Programmmachern und Programmverantwortlichen, ganz so, als gäbe es keine Rundfunkfreiheit, als wäre diese Freiheit eine Angelegenheit von einigen Dutzend selbsternannten…

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1956 – Dr. Hufner analysiert: Lennie Tristano, Turkish Mambo

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Turkish Mambo ist ein Klaviersolo. Jedoch macht Tristano sich einige technische Verfahren zunutze. Der Hintergrundpart dürfte aus drei Schichten bestehen, drei ostinaten (sich wiederholenden Pianophrasen), die nacheinander übereinander gelegt werden. Ein alter Freund würde das mit "Wir bauen eine Stadt” bezeichnen. Danach (nach über einer Minute) setzt das eigentliche Pianosolo ein.Musikbeispiel 1:Lennie Tristano, Turkish Mambo, Anfang (MP3 - 1,34 MB - 1:24)Wir bauen eine Stadt, ja und nein. Die drei übereinandergelegten Klavierphrasen sind nicht…

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1956 – Der coole Jazz: Lennie Tristano: Line Up

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Im Musikunterricht waren wir gemeinsam in einer Klasse, während die anderen Kinder bunte Bilder malen oder klebten oder schnitten, kneteten. Man nannte das in unserer fortschrittlichen Lernanstalt übrigens „Visuelle Kommunikation”. Wenigstens ließ man den Begriff der Kreativität damals komischerweise weg. Also Roger und ich und noch ein paar wenige waren Auserwählte für den Musikunterricht in der zehnten Klasse. Thema: Geschichte des Jazz. Vom Blues, Negro Spirituel über New Orleans, Chicago, Swing, Bebop, Cool Jazz…

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Sociologie am Äh-Steh-Tisch

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Zum Leidwesen vieler meiner Bekannter bin ich, trotz meines Bekenntnisses zu neuen Musik, ein Historiker. Da beschäftigt man sich in der Regel mit alten Texten. Als Historiker aber arbeite ich nicht sauber genug. Der historische Stich, die Anregung, das ist es, was mich interessiert. Probleme nebensächlicher Art meistens. So erinnere ich mich an die Suhrkamp-Edition von Georg Simmels “Soziologie - Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung” von 1908. Da Simmel dieses Werk nicht als…

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Wer schreibt, der bleibt [Rechtschreibreform 2004]

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Da hat man nun den Salat. Wegen schlechter Witterung fand die Revolution in der Rechtschreibung statt. Nur ist das nicht einmal eine Revolution, die zurück ist keine nach vorne, die nach vorne ist keine zurück. Auch ist die Rechtschreibreform kein Reform sondern nur eine Änderung. Den Fehler, dies als jenes auszuzeichnen, haben sie alle gemacht. Jetzt hat man den Salat. Jetzt machen FAZ, Spiegel und Springer-Verlage ihre Lösung, einige schon immer, andere jetzt neu.…

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