Frank Castorf, der Theatermann von der Volksbühne Berlin, wird irgendwie in Bayreuth nicht gemocht, sagt er über dpa in nmz-online. Bayreuth falle gerade auf das Niveau eines „Stadttheaters“ zurück, meinte der Theaterregisseur: „Die Stürme haben sich gelegt, die Langeweile hat gesiegt“. (Quelle) Kann man da lesen. Das ist böse. Nicht einmal wegen Bayreuth, sondern weil es für seine Ansicht des Niveaus von Stadttheater spricht. Und an einem Stadttheater würde Castorf demnach auch nicht inszenieren. So tief kann man wirklich fallen, aber nur als…
Überall wird gespart. Des Jammerns ist kein Ende. Überall? Nein, heute wurde gemeldet, dass die Ausgaben des Verteidigungsministerium für Rüstungsforschung sich in den letzten Jahren verdoppelt hätten. Keine besonders große Summe. Ein paar lausige Millionen, die an den Unis zur Erforschung von geheimen Dingen ausgegeben worden sind. Um was es genau geht, will man nicht sagen, weil man daraus schließen könne, wo die Defizite liegen. Das ist Politik. Das ist unsere Sicherheit.
Auf der anderen Seite, insbesondere im kulturellen Sektor wird dagegen gespart, fast überall. Gerne nehme ich Positivmeldungen entgegen.
Was kann man daraus aber lernen? Man muss im kulturellen Sektor umzudenken anfangen! Sich auf Projekte setzen, bei denen das Geld lockerer sitzt. Warum die Slogan “Musik macht schlau” nicht umändern: “Musik stärkt die Verteidigung des Vaterlandes”, “Musik macht stark”, “Musik verhindert Terroranschläge”.
Wir wissen seit dem Outing von Theo Geißler in der Zeitung „Politik & Kultur“, wer folgenden PFIFA-Film verbockt hat. Er selbst nämlich. Das erklärt fast alles, vor allem seine Vorreiter-Rolle beim Tippspiel. (Alte Nuss, wer hätte das gedacht.)
53 Euro soll das Material für den Film gekostet haben. Aber was kostete wohl die Musik. Hat sich Theo G. einfach heimlich vor eine Tür eines Musikerziehers gesetzt und eine Fingerübung aufgenommen? Nur, wo werden solche simplen Akkordreihungen (von Fortschreitungen mag man ja gar nicht reden) überhaupt noch gespielt. In der bayerischen Provinz von Theo G etwa, zu viel Donauwasser geschluckt? Hoquetus maximus?
Auch die Schlusskadenz deutet darauf hin, dass hier eher ein Blattschuss gefallen ist denn eine durchdachte musikalische Logik sich Platz suchte. Kann natürlich im Endeffekt auch alles ein kaputtes Computerprogramm gewesen sein.
Der Schaden für die Ohren der Welt ist jedenfalls nicht mehr gut zu machen. Auf immer und ewig sind sämtliche Bemühungen für eine gute musikalische Erziehung völlig für den, den, den … Dings. Und es zeigt die Dominantz(!) der okzidentalen Musik über die Welt ans sich. Mit wenigen Akkorden wird die Welt beherrscht. Das ist musikalisch gesehen, auch okay. Aber da muss das Timing wenigstens stimmen. Wenn schon diese so unbedarft aneinander geklatscht sind, was soll daran dann anknüpfen? Totale Regression aber hier. Pfui, Pfui, Pfui.
Dabei wäre eine Lösung so einfach gewesen. Wir haben mal ein paar kurze musikalische Meisterwerke zu Vertonung gewählt – insgesamt fünf Stück.
Wer einige oder alle Musikbeispiele erkennt und in den Kommentaren benennt, weiß wahrscheinlich mehr als alle anderen auf der Welt. Und das ist Gewinn. (mehr …)
Leuteleuteleute. Das ist nix mehr für mich. Dieses Elfmeterzeug macht einen ja total nervös … . Ertappe mich, wie ich vor dem 11-Schießen noch was ganz wichtiges machen muss. Wusstet ihr, dass es in Trier für die Studis jetzt im Semesterticket kostenlosen Zugang zu Theater und Museen gibt, in Trier, also bei den acht Institutionen, die da mitmachen. Ich finde, da hat Trier den Einzug in Finale gleich geschafft.
Und dass in Frankfurt Babykonzerte in der Alten Oper besser laufen als alles andere. Ausverkauf nach zwei Stunden. Wenn man da jetzt die richtigen Konzerte reinpackt, dann wäre das die Erholung schlechthin für die Konzertszene. Nicht vom falschen Fußball kann man was lernen, wie Benedikt Stampa meinte, sondern von der Reproduktionsbiologie. Konzerte für Eltern von noch ungezeugten und gewünschten und ungewünschten Kindern.
Aber echt, mir schlottern immer noch die Knie und Kieferkrämpfe plagen mich auch vom Zähnezusammenbeißen. Aber wird müssen ernsthaft werden. Vor dem Achtelfinale ist ein Resümee zu ziehen. Das letzt Viertel ist zu tippen und so sieht es aus.
Was liegt eigentlich näher, als sich während der WM oder in ihrem Umfeld mit den kulturtheoretischen Fragen zu beschäftigen, die dieses globale Phänomen aufwirft. Das WM-Blog macht hier ja nichts anderes. Es ist ja immer das Gleiche, wenn man erst einmal anfängt, in so einem Themenhaufen herumzustochern, dann tun sich mit jedem Pieks neue Fragen auf – mal mehr lohnend, mal eher weniger, mal schießt man neben das Themen-Tor, mal randaliert man und wird vom Platz gestellt. Und schon hat man in Analogien seine Seele gebadet und Metapher übernommen. Aber man darf das natürlich nicht, wie Toni Polster sagt, hochsterilisieren.
Also: Im Umfeld erschien ein auf den ersten Blick recht anregender Artikel von Benedikt, dem Intendanten vom Konzerthaus Dortmund. Er erschien in der aktuellen Ausgabe des Monatsmagazins KM des Kulturmanagement Networks. Stampas Arbeit in Dortmund gilt gemeinhin als erfolgreich, er genießt einen guten Ruf. Im Magazin (Ausgabe 90, Thema Freizeit) versucht er sich an einem Vergleich zwischen den Kommerzialisierungsentwicklungen im Fußball, die er ungetrübt allgemein lobt und die Möglichkeiten einer Kommerzialisierung des Konzertbetriebs. Das klingt interessant, gehen wir der Spur Stampas nach.
Wenn man so die alten Weltmeisterschaften im Fussball an sich vorüberziehen lässt, fällt einem ja das eine oder andere auf. 1974 war die WM in Deutschland. Und ob man es glaubt oder nicht, es waren nicht einmal alle Spiele ausverkauft obwohl die Eintrittspreise damals noch gar nicht so sehr gepfeffert waren wie heute. Beim Endspiel reichte laut Wikipedia-Eintrag die Preisspanne von 15 bis 80 DM. Das war damals auch nicht ganz wenig, aber doch bedeutend weniger als heute. Die billigste Karte der WM kostete 10 DM. Stehplatz selbstverständlich, denn die gab es damals ja auch noch.
Hatte der Fussball damals also ein Vermittlungsproblem? Warum bleiben die Zuschauer weg? Muss man nur in Sitzplätze investieren und die Preise erhöhen, damit alles wieder ins Lot kommt? Also genau umgekehrt tun als man denkt?
Turniermannschaft, Turniermannschaft, Turniermannschaft: ich höre immer nur: Turniermannschaft. Sind Iran und Nigeria überhaupt nicht. Es war war das erste torlose Spiel, es war das erste Unentschieden. Und damit sind die Superlative fast erschöpft. Es war dazu auch nicht das ödeste Gekicke überhaupt. Das ist ein Spiel für Feinde dieses Sports gewesen, die immer schon wussten, warum sie Fussball nichts abgewinnen können. Wir haben umgeschaltet und DigitalRev TV geschaut.
Darüber könnte man glatt vergessen, dass Portugal untergegangen. Spielerisch und moralisch gegen die deutschen Edelkicker.
Wie in den Kommentaren zu lesen ist, ist das Ergebnis des ersten Spiels auch Ergebnis eines offensichtlichen und offensichtlich erfolgreichen Bestechungsversuchs unseres Mittippers Theo…. der kein Blatter vor den Mund nimmt.
Es stellt sich die Frage, ob das Spiel also überhaupt gewertet werden kann. Ich würde sagen: Nein! Das ist absolut unsportlich.
Und ein letzter Hinweis auf die Hymnenfrage. Walter Scharfenecker hat bei nmz-online so ziemlich jeden Klassiker ausgegraben, den man finden konnte. Von Haydn über Beethoven, einen falschen Mozart und alte Niederländer. Die Nationalhymnen so mal historisch gesehen.
Zum Beispiel mit dem Hinweis auf ein kroatisches Lied, an dessen Melodie sich Haydn offensichtlich angelehnt hat. „Vjutro rano se ja stanem“.