Man braucht auch nicht immer Influencer. Die immer noch wahren Influencer ist die Kritik – wie sie im souveränen Journalismus präsent ist.
Meine These: Das einzig wahre Social Media ist kritischer, souveräner Journalismus.
Die Weisheiten des Huflaikhan
Will man Überreder und schnellen, wenig nachhaltigen Erfolg, dann soll man über die Influencer und die Social-Media-Giganten mit ihren undurchschaubaren Algorithmen das Geld verbrennen lassen.
Wenn man Produkte für einen Markt produzieren will, dann macht man Propaganda. Genau das passiert auch im klassischen Sektor der Musik. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der genau gegen dieses Phänomen gedacht war, biedert sich dieser Sichtweise leider immer mehr an. Aber er wird dafür mit Beitragspflichten begünstigt gegenüber den Organen eines souveränen Journalismus, der noch seine Restunabhängigkeit in aller Not bewahrt.
Allerdings sind deren ehemaligen Werbekunden auch schon vielfach auf dem falschen Dampfer und engagieren sind auf den Kanälen von Insta, Facebook, tiktok etc.
Passend dazu die Meldung aus dem Bundestag:
Der Finanzausschuss hat am Mittwoch die Einführung einer Digitalsteuer abgelehnt. In der vom amtierenden Vorsitzenden Christian Görke (Linke) geleiteten Sitzung stimmten nur die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke für einen entsprechenden Antrag der Fraktion der Grünen (21/5287).
Quelle: Heute im Bundestag 513
Seitens der Regierungs-Parteien warnt man vor einem Schnellschuss. Außerdem sei man am Thema dran und arbeite nicht eben an einer steuerlichen Regelung, sondern an einer Digital-Abgabe. Wie es um die steht, sagt man aber nicht. Das CDU-Argument:
Ein Selbstfindungsrecht für neue Steuern gebe es nicht. Die Frage sei auch, wer die Steuer letztendlich trage: die BigTech-Unternehmen oder die Kunden.
Quelle: Heute im Bundestag 513
Wer sind denn hier die Kunden? Die Werbetreibenden? Die Nutzer:innen? Um Gottes Willen, furchtbar, wenn die BigTech-Unternehmen jetzt anfangen, nicht mehr gemeinwohlorientiert zu arbeiten. Die müssten sich ja über Werbung finanzieren, dafür, dass ihre Nutzer:innen laufend den Content kostenlos bereitstellen.
Das Argument der Fraktionen der Grünen und der Linken ist altbekannt und es stimmt weiterhin:
Diese Steuer solle grundsätzlich zehn Prozent auf die in Deutschland erzielten digitalen Umsätze betragen. In der Begründung hatte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen geschrieben, die großen US-Digital- und Techkonzerne wie Amazon, Apple, Alphabet, Microsoft und Meta gehörten zu den profitabelsten Konzernen der Welt. In Deutschland würden sie aber trotzdem nur einstellige Steuersätze zahlen. 2024 habe der Steuersatz, den Alphabet, Apple, Meta und Microsoft effektiv gezahlt hätten, laut Netzwerk Steuergerechtigkeit nur bei 3,4 Prozent gelegen. Nachdem die USA auf Druck der Trump-Administration von der globalen Mindeststeuer ausgenommen worden seien, würden die US-Steuerausnahmen für diese Konzerne weiter zementiert.
Quelle: Heute im Bundestag 513
Man liebt es offenbar, eher die No-Tech-Unternehmen, also die Menschen, zu belasten und sie in existenzielle Krisen zu schicken, weil man Angst hat, man könnte die hilflosen BigTech-Unternehmen belasten. Es ist auch hier Zeit, für eine Zeitenwende. Und es wäre gut, wenn die Kulturakteure selbst auch wieder auf Qualität setzen, statt auf billigsten Anbiederungsquatsch, wie es Axel Brüggemann heute auf BackstageClassical anmahnte.