Das muss man den Macher:innen von Opus Plastik ja lassen. Mit ihren drölftausend Preisen, die sie jährlich verteilen, verstehen sie es, das Internet zu fluten, in und auf allen sozialen Medienkanälen. Die Angepriesenen sind damit nicht allein Preisträger:innen, sondern billige Werbeträger für die Musikindustrie, die tatsächlich hinter der Ausführung des Scherzpreises steht, der angeblich Deutschlands wichtigster Klassikpreis sein soll.

Seit Februar 2025 firmiert man als gemeinnützig. Und formuliert den Zweck des Unternehmens so:
Die Gesellschaft zur Förderung der Klassischen Musik gemeinnützige GmbH hat als übergeordnetes Anliegen die Entwicklung von Initiativen zur Schaffung einer stärkeren Beachtung und Sichtbarkeit der klassischen Musik. Die klassische Musik soll über unterschiedliche Generationen und Demographien hinweg emotional und wirkungsvoll in der Lebenswirklichkeit der Menschen verankert und ihr positiver Wert als Bestandteil unserer Kultur herausgestellt werden. (Quelle)
Da kann man ja nur dankbar sein für, dass es endlich eine Gesellschaft gibt, die die Stars der Klassikszene sichtbar machen will. Man würde ja sonst ganz im Dunkeln tappen. Die Gesellschaft sei jetzt eine gemeinnützige GmbH, was zahlreiche steuerliche Vergünstigungen nach sich ziehe. Das ist geschickt, und möglicherweise ist das auch der tatsächliche Grund dafür, dass man den Deutschen Musikrat an einer Stelle mit ins Boot holt: beim Preis für den besten Musiklehrer oder wie der heißt.
Denn viele Preise aus der Vorgemeinnützigkeitszeit werden in den nämlichen Kategorien vergeben, wie sie bislang geführt wurden und deren Preisträger rekrutieren sich nach wie vor in erster Linie aus den sogenannten Major-Labels. Man müsste das mal genau nachzählen. Bei 30 Kategorien wäre da viel zu klicken!
Fischers Fritze fischt frische Fische. Weiße Wäsche wäscht Wettbewerbe. Damit bleibt der Opus Klassik ein Preis puren Marketings und ästhetischen Unfugs. Ungemein nüztlich.