1838 – Chopin, Prélude op. 28 no. 2 (Eine Annäherung)

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Zur Musik von Frederic Chopin bin ich erst spät gekommen. Zu lange duftete sie mir als Stubenmusik für wohlhabende Bürgertöchter entgegen, die bieder-feierlich den auserwählten Gesuchten künftigen Liebhabern von der Zartheit der ihnen Zugesprochenen im Klimpern parlierend zu verzücken hatten. Züchtig und sehnsüchtig zugleich. Zuhause lagen auf dem Klavier die Nocturnes, die mir musikalischem Klavierdilettanten aber viel zu schwer waren, bis auf ein oder zwei Stücke, durch die ich mich immerhin durchfingern konnte. Chopin war keine Musik für mich, das war Kunsthandwerk…

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1950

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Kinderhymne Anmut sparet nicht noch Mühe Leidenschaft nicht noch Verstand. Daß ein gutes Deutschland blühe Wie ein andres gutes Land. Daß die Völker nicht erbleichen Wie vor einer Räuberin Sondern ihre Hände reichen Uns wie anderen Völkern hin. Und nicht über und nicht unter Andern Völkern wollen wir sein Von der See bis zu den Alpen Von der Oder bis zum Rhein. Und weil wir dieses Land verbessern Lieben und beschirmen wir's Und das liebste mag's uns scheinen So wie andern Völkern…

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1983 – Volker Braun – 2004

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Der Undank des Volkes Kunze fragte: Warum sind unsere Menschen so unzufrieden? und gar nicht dankbar? Die so vieles haben, wovon sie einst nur träumen konnten! Fernseher, Kühlschrank, Waschmaschine und den Sozialismus. — Sie wollen nicht dankbar sein für etwas, das sie selber machen, sagte Hinze. Friede Freude Freiheit Hinze parlierte mit einem Bundesbürger, dessen Zufriedenheit ihn faszinierte. Der wähnte sich im Besitz der Freiheit — nach dem Ding, dem Hinze sein Leben lang nachjagen würde. Er hat uns einige erschwingliche Freiheiten…

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1983 – Volker Braun – 2004

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Der Undank des Volkes
Kunze fragte: Warum sind unsere Menschen so unzufrieden? und gar nicht dankbar? Die so vieles haben, wovon sie einst nur träumen konnten! Fernseher, Kühlschrank, Waschmaschine und den Sozialismus. — Sie wollen nicht dankbar sein für etwas, das sie selber machen, sagte Hinze.

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Zappa in Salzwedel

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Auch wenn Semmel immer noch im hohen Osten weilt und sich durch die Gegend peilt mit seiner Sherpa dwarf, gerade weil er dort ein gemeinsames Bad von Bach und Zappa per Arschbombe über ästhetische Auseinandersetzungen mitbekam, im Angesicht meines Neides, ob dieses Vorfalls, wird eine Spurenverfolgung des einen im Musikraum des anderen höchst nothwendig. [Möchskirche Salzwedel]

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Sybaris – Danza alla tedesca

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Großvater Stöffel ißt den Brotaufstrich mit dem Löffel. Die krumme Liese kocht das Pferdefleisch in Margarine. Witwe Plem wäscht ihrem Großen, zweimal die Woch' die Unterhosen. Die Familie Schober heizte vor'ges Jahr schon im Oktober. Bei Dreher Fichte brennt oft noch nach neun Uhr das Lichte. Wenn man so was hört, sagt man unbesehn: Ein solches Volk muß untergehn, ein solches Volk muß untergehn.Unbesehn muss es untergehn. Wieso denn, fragte ich meinen marxistisch geschulten Freund. Es geht denen doch gut, alles Beispiele…

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Und endlich

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Und endlich stirbt die Sehnsucht doch,
wie Blüten sterben im Kellerloch,
die täglich auf ein bißchen Sonne warten.
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Anfang

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Wehret den Anfängen versus Soviel Anfang war nie Nun wähle.

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