Nun kennt der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien kein Halten mehr. Was Kanzler Merz kann, das kann ein Weimer im Vorzimmer des Kanzlers schon längst. Über die Vergabe des Verlagspreises seiner Behörde entscheidet am Ende nicht eine Jury, sondern der Kulturfürst höchstpersönlich. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels findet dieses Vorgehen transparent, er findet es jetzt nachvollziehbar. Klar, die Juryentscheidungen waren dies ja nicht, weil Juryentscheidungen. Transparent wird es nur mit dem Kulturgroßmufti.
Wir können dem Beauftragten nur zu seiner transparent-dummen Entscheidung gratulieren. Und dem Börsenverein dazu, der sich dem Fürsten andient. Mehr beschädigen kann man diesen Preis nicht. Aber das Ende der Fahnenstange staatlicher Willkür‑Eingriffe, getarnt mit Hinweis auf Verfassungsschutzfragen, ist noch nicht erreicht.
Der Koalitionspartner schweigt dazu wie immer. Denn mit Kultur hat es die Regierungs-SPD noch nie so doll gehabt.