Frau Catterfeld philosophiert
... oder besser, lässt philosophieren. Da hat die Dame einen Titel in den Charts, schaut einen unglücklich-lasziv aus dem Video an. Das Erfurt-Gefühl bahnt sich Bruch. Und im Refrain heißt…
... oder besser, lässt philosophieren. Da hat die Dame einen Titel in den Charts, schaut einen unglücklich-lasziv aus dem Video an. Das Erfurt-Gefühl bahnt sich Bruch. Und im Refrain heißt…
Phonoline soll zur CeBit starten mit höflichem Kanzlergruß. Prima. Das soll anscheinend auch GEMA-Vorstand Kreile gesagt haben. Unglücklich aber ist er darüber, dass die Lizenzfrage für Phonoline noch nicht geklärt…
Tobias PM Schneid - jetzt muss ich mal nachtragen - ist ein guter Komponist. Das habe ich früher schon gesagt und ich sage es jetzt ein weiteres Mal.
Eine der lustigsten Passagen der Gesprächskultur. Beteiligte: Heinz Lubasz, Herbert Marcuse, Jürgen Habermas und Tilman Spengler. Ja und Nein, im Prinzip kreiseln alle. MARCUSE Die citoyen ist ja nicht mehr…
In der SZ vom 6/7.3.2004, Seite 16 schreibt Tim Renner und stimmt damit in die Analysen Janko Röttgers ein. Der physische Träger CD taugt als Haupteinnahmequelle nicht mehr. Vertriebs- und…
Seit einigen Jahren liege ich im Clinch mit Herrn G. über die sinnvolle Verwendung und überhaupt die Bedeutung von sogenannten “Werten” - oder wie aus der Schule “... und Normen.”…
Normalerweise bin ich kein Autogramm-Jäger. Aber jetzt musste ich doch einmal anlässlich der letzten taktlos-sendung. Da war nämlich der Herr Henscheid mit dabei. Nach der Sendung klärte er mich darüber…
Musik kann schon ein richtiger Weichmacher sein. Blinde werden sehend, Taube hörend und Menschen brav, vor allem aber Letzteres. Da werben die auf der Abschussliste des Berliner Senats stehenden Berliner…
Gestern während einer Zugfahrt, bei der Lektüre einiger Dichtungen von Alfred Lichtenstein, fiel mir das erste mal ein Gedicht mit dem Titel „Die Plagiatoren” auf. Darin geht es um die Zusammenarbeit aller bei der Findung oder Erfindung von Menschen mit Menschen.
Die Plagiatoren
Ein jeder ist ein Teil vom Schicksal anderer,
Die vor ihm waren und die um ihn gehen,
Die auch nur einmal, eilge Weiterwanderer,
Den Weg ihm kreuzend, flüchtig bei ihm stehen.
Sie kommen, kommen ohne Zweck und Sinn,
Entfernen sich mit leichtem Wanderschritt.
Sie bringen alle etwas zu ihm hin.
Sie nehmen alle etwas von ihm mit.
Aus: Die Gedichte des Aliwi (5.1.1912)
Die Rubrik hier findet ihren Ursprung in einer Redaktionsreaktion. Ich meinte, man müsse den Begriff der Kreativität (und ihres Wertes) abziehen vom Verfahren des Urheberrechts oder von Verwertung. Das sei falsch, bdeutete man mir. Darauf meinte ich, es habe schließlich auch Kreativität in einer Zeit gegeben, als es noch kein Urheberrecht oder ähnliches gegeben habe. Die Reaktion: Das sein ein Killer-Argument, darüber müsse man erst nachdenken. Es scheint mir wirklich so zu sein, dass Fragen der Verteilung und Verbreitung geistigen Schaffens erst in der letzten Zeit von Fragen des Rechts und seiner Verwertung überlagert worden sind. Und das auch in dieser Form vielleicht erst seit wenigen Jahren. Darauf bezog sich schon der Eintrag “Adorno und das Urheberrecht” in diesem Weblog. Adorno war das alles im Wesentlichen Wurscht – zumindest in dieser Begrifflichkeit. Bei im geht es eher mal um die Frage des "gerechten bzw. ungerechten Tausches.”
Nun gibt es auch Äußerungen von Blaise Pascal oder Johann Wolfgang von Goethe, die ganz ähnlichen Charakters sind wie Lichtensteins Gedicht hier. Ich werde das gelegentlich noch aufbereiten.
Was mich bei Lichtenstein zunächst erstaunte, war, das dieses Gedicht „Die Plagiatoren” heißt. Vor Plagiaten oder Plagiatoren hatte schließlich auch Hegel Respekt, im Sinne, dass sie, die Plagiatoren, seine, Hegels Texte unter anderem Namen veröffentlichen könnte. Das sei schon ziemlich schlimm, aber es genüge auch, wenn sie nachgedruckt würden, ohne dass er es mitbekommen hätte. Neben dem Schmücken mit falschen Blumen und möglichen engangenen Honoraren war dabei auch das Problem geshen, dass eine Diskussion der Inhalte ohne sein Wissen laufen könnte. Aber auch dazu später einmal mehr.
Lichtenstein hats in seinem Gedicht sehr einfach und einleuchtend beschrieben. Menschen kommen zusammen, Menschen bauen auf dem Wissen anderer Menschen auf. Die Wege kreuzen sich flüchtig und man nimmt davon eben etwas mit. Gerade so, wie wenn man abends (oder überhauupt) mit irgendwem sich unterhält. Das Gesagte wird mehr oder weniger deutlich die Herausbildung neuer Gedanken oder abweichender hervorbringen – oder vergessen oder später wirksam. “Ein jeder ist ein Teil vom Schicksal andrer. … Sie bringen alle etwas zu ihm hin. / Sie nehmen alle etwas von ihm mit.” Das Ganze ist wie selbstverständlich und so lapidar formuliert es Lichtenstein auch, als wäre es das Normalste von der Welt. Offensichtlich steckt hinter der Lichtensteinschen Auffassung etwas andere als die Angst Hegels. Zum Plagiator wird bei Lichtenstein eigentlich jeder, der jemals mit der Außenwelt in Kontakt gerät. Damit verliert die negative Konnotation des Plagiators ihren Sinn: Man kann nichts anderes sein als auch ein Plagiator.
(to be continued)
Eine weitere wunderbare Bass-Aria aus der Kantate BWV 30 „Freue dich, erlöste Schar”. Die fängt gar freundlich an, obwohl ich nach der Auflistung nur diese “Ich will nun hassen” sah.…