Vatertach

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Musik machen, im Wohnzimmer, links noch ein Fernseher der alten Schule, das Bild muss so aus dem Jahre 1969-1971 stammen. Denn ab 1972 hatten wir Farbfernsehen, Telefunken mit Sensorprogrammwahl. Die Großeltern haben ihren vier Kindern und ihren Familien zur goldenen Hochzeit jeweils einen Farbfernseher geschenkt. Schön sicher auch das Detail des Lampenschirms im Hintergrund. Fehlen nur die Kamelhocker, deren wir gewiss zwei hatten. [Ach, jetzt sehe ich der Herr Papa sitzt sogar auf einem.] Musik also bei Hufners. Links meine Schwester Barbara…

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Polizeiliche Ermittlungen, Genever und ein kleines Lyrik-Regal

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Eine Woche vor meinem Umzug von Steinbach (bei Gießen) nach Berlin gab es in unserem Dorf ein großes Fest (warum und wozu auch immer, aber nicht, weil ich das Dorf verließ). Das war ein tolles Fest und ein unglückliches auch, jedenfalls für manches Schaf. Nahe des Standortes der örtlichen Sparkasse hat ein Schäfer das Schafescheren nach alter Art betreiben wollen. Das heißt mit alten, klobigen, rostigen Scheren. Die Schafe blöken nichts Gutes und ich ging besser. Später habe ich erfahren, dass jener…

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»Musik ist keine Sprache«

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Endlich wieder die Signatur in der Newsgroup de.rec.musik.klassik eingesetzt: Musik ist keine Sprache. Jedes Musikstück ist eine Art Felsblock in einer komplexen Form mit Schrammen und Mustern, die darauf und darein geritzt sind und die ein Mensch auf tausend verschiedene Weisen entziffern können, ohne dass eine dieser Weisen die beste oder wahrste wäre. (Iannis Xenakis) Und Sprache ist auch keine Sprache, wenn mans genau nimmt.

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Neues aus Regensburg …

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Joshua von Brain farts war wieder einmal in Regensburg. Die aktuellen Erlebnisse sind höchst lesenswert. Ein geradezu notorischer Gesang, ein Sing-Sang mit dezenter Modulation. Ein Text über die Überwindung von Höhenangst. Aber, man merkt an diesem Text, dass man selbst schon ziemlich alt geworden ist. Ein Karo soll Chucks getragen haben, die zu sauber gewesen sein müssen. Was um Himmels Willen sind Chucks? Ich fand per Internet das und das. Ein Licht geht mir da nicht auf. Nun muss ich weiter ...…

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US: Neuer Gesetzestext fuer Recht auf Privatkopie

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Hätte ich nicht für möglich gehalten: US-Gesetzestext will Recht auf Privatkopien stärken. Balance zwischen Konsumenten- und Produzentenrechten angestrebt Schau nach mehr bei: quintessenz Dass der Verband der amerikanischen Filmindustrie nicht so sehr dafür ist, liegt dagegen im Bereich des Hochwahrscheinlichen, wenn nicht sogar des Zwingenden.

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Simon Rattles Schönberg, Berg und Webern

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Heute habe ich zur Ausleihe eine CD mit den Orchesterstücken op.16 von Schönberg, den Orchesterstücken op.6 von Webern und Alban Bergs Symphonischen Stücke aus der Oper “Lulu” erhalten. Das City Of Birmingham Symphony Orchestra spielt dort unter der Leitung von Simon Rattle (Aufnahme von 1989 bei EMI). Der erste Eindruck war enttäuschend. Schönberg und Webern klingen zu feinfühlig, zu sauber gespielt. Die rabiaten Passagen bei Schönberg und Webern wirken geradezu wie abgebremst. Alles scheint etwas zu ausballanciert. Wenn man die Anlage etwas mehr aufdreht, wird es schon besser. Das korrespondiert eigentlich sehr mit den Gesamteinspielung der Sibelius-Sinfonien.

Die Sache mit der Lautstärke aber ist wichtig. Man kann sich gut vorstellen, dass so eine Interpretation im Konzertsaal mit anderen akustischen Verhältnissen und Räumen wirklich stark sein kann. Denn, es kommen schließlich alle Stimmen zu ihrem Recht. Im Arbeits- oder Wohnzimmer ist dadurch aber die Musik zu flächig. Das ist die Merkwürdigkeit: Immer, wenn ich Rattle im Konzert gehört habe, war das so erstaunlich (Mahlers IX. oder die Orchesterstücke aus Wozzeck von Berg). So und nicht anders habe ich mir diese Musik immer gewünscht. Dagegen sind die CD-Aufnahmen beinahe unerträglich eindimensional und irgendwie künstliche in den Raum projiziert. Selbst große Lautstärke kann dies nur ungenügend kompensieren.

Sehr überraschend dagegen die Lulu-Suite. Mit der gleichnamigen Oper konnte ich bisher wenig anfangen, doch als symphonische Stücke packt mich die Musik. Allein den Klang des Vibraphons zu hören – mit seiner eigenartigen Atmosphäre, seiner musikalischen Strahlung –, das kann glücklich machen. Ein sinnliches Vergnügen hoher Musikkultur. Instrumentieren konnte Berg sowieso hochmeisterlich, die Orchesterfarben fand er wie kaum ein Zweiter im letzten Jahrhundert: so subtil, so genau, so wirkungsvoll, so reichhaltig.

Schoenberg, Webern, Berg: Rattle
EMI CDC 7498572

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Das erste Weblog der Welt …

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war gar keines. Und es war auch nicht das erste sondern nur eines, dafür ein sehr feines. Es stammt aus der Feder des Johann Peter Hebel. Dessen “Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes” (1807/1811) ist reich an Erzählungen, an Unterhaltendem, Lehrreichem, an Kuriosem etc. pp. Darin sind immer wieder recht witzige und überaschende kürzere Entdeckungen zu machen. Wie die folgende, “Denkwürdigkeiten aus dem Morgenlande” überschriebene:

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Plessner: Das Gesetz der vermittelten Unmittelbarkeit

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Darüber lässt sich der Soziologe Helmuth Plessner gegen Ende seiner Publikation „Die Stufen des Organischen und der Mensch”, geschrieben um 1928 aus. In diesem Abschnitt geht Plessner auch auf das Thema der Urheberschaft ein. Wie etwas in die Kultur eingeht:
Was also in die Sphäre der Kultur eingeht, zeigt Gebundenheit an das menschliche Urhebertum und zugleich (und zwar in dem selben Ausmaß) Unabhängigkeit von ihm. Der Mensch kann nur erfinden, soweit er entdeckt. Er kann nur das machen, was es “schon” an sich gibt – wie er selbst nur dann Mensch ist, wenn er sich dazu macht, und nur lebt, wenn er sein Leben führt. Seine Produktivität ist nur die Gelegenheit, bei welcher die Erfindung Ereignis wird und Gestalt gewinnt. Es wiederholt sich hier das früher besprochene Verhältnis der Koerrelativität des apriorischen und aposteriorischen Elementes, wie es die Situation des Lebewesens oder die Anpassung an seine Umgebung allgemein beherrscht, ja geradezu ausmacht, – in der Schicht bewußten Machens, das nur schöpferisch wird, wenn ihm die spezifische Anpassung an die objektive Welt gelingt. Das Geheimnis des Schöpfertums, des Einfalls besteht in dem glücklichen Griff, in der Begegnung des Menschen mit den Dingen. Nicht das Suchen nach etwas Bestimmten ist das Prius der eigentlichen Erfindung, denn wer nach etwas sucht, hat in Wahrheit schon gefunden. (…)
Aber niemand wird behaupten wollen, daß damit das Wesen der Erfindung und des glücklichen Griffs voll charakterisiert sei. Erfindung heißt auch Umsetzung aus der Möglichkeit in die Wirklichkeit. Nicht der Hammer hat existiert, bevor er erfunden wurde, sondern der Tatbestand, dem er Ausdruck verleiht. Das Grammophon war sozusagen erfindungsreif, als es feststand, daß Schallwellen sich mechanisch transformieren lassen, und diesen Tatbestand hat kein Mensch geschaffen. Trotzdem musste es erfunden werden, d.h. die Form dafür mußte gefunden werden. Der schöpferische Griff ist eine Ausdrucksleistung. Dadurch erhält der realisierende Akt, der sich auf die von der Natur dargebotenen Materialien stützen muß, den Charakter der Künstlichkeit.

Helmuth Plessner: Die Stufen des Organischen und der Mensch, Berlin 1975, S. 321 f.
Sehr viel komplizierter lässt es sich nicht sagen. Fortsetzend: Diese Künstlichkeit wird selbt dann wieder zu einem Material „zweiter Natur”, welches wiederum erfindungsreife Neuentdeckungen zulässt, die natürliche Künstlichkeit. Plessner sagt leider nichts dazu, in welchem Maße jemand dazu befähigt wird, Entdecker zu sein – denn manche sind es ja mehr, manche sind es weniger. Das nur nebenbei. Aber wenn man Plessners Analyse ernst nehmen möchte, so schmilzt dennoch der Begriff der Urheberschaft auf das Faktum von Ausdrucksleistungen herunter, die “nur” mit dem Material auskommen müssen, welches ohnehin schon da ist. Das Erfundene selbst ist dabei gar nicht mal so originell, sondern liegt praktisch auf der Hand. Das Handwerk entdeckt das Naheliegende im Vorgang des Ausdrückens.

Eine Erfindungsbeschleunigung ist, wenn man Max Weber hinzuzieht, Resultat einer an Rationalität orientierten Gesellschaft, wenn man nicht sogar sagen möchte, Rationalität ist eine Art rekursiver Motor für sich selbst, gewissermaßen die Erfindung der Erfindungen an sich.

Momentan scheint im Rationalisierungsprozess einer Art Umkehrung bemerkbar zu sein. Der Motor scheint sich selbst zu stoppen, weil sich die Prozesse gegenseitig immer deutlicher durchkreuzen. Der Rechtsrationalismus den Kulturrationalismus den Technikrationalismus … . Würde das nur nach den Maßstäben der gegenseitigen Aufsicht geschehen, wäre dies noch nicht so stark spürbar. Das ist aber nicht der Fall. (wird fortgesetzt, muss noch etwas nachdenken ….)
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Phonoverbände und die Zukunftsmusik

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Eilmeldung: Gerd Gebhardt übernimmt Schirmherrschaft für das Forum Zukunftsmusik - made in Berlin Da muss man wohl gratulieren, nachdem man aufgehört hat zu lachen. ZUKUNFTSMUSIK - made in Berlin ist eine studentische Initiative des Berliner KommunikationsFORUMs, die den Musikstandort Berlin thematisiert. Die Studierenden bieten den Akteuren der Musikbranche ihr kreatives und wissenschaftliches Potential an. Weia.

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