Relevanz und Firlef-

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Durch einen Versuch eines Eintrags in die deutsche Wikipedia gelernt, was Relevanz ist. Relevanz ist ein bloß bürokratisches Kriterium der Geistesbürokratie. Also ein recht objektives Mittel, sich vor einer Entscheidung zu verstecken. Die Menschen entscheiden sich immer seltener. Unter Journalisten im Musikbereich bescheidet man sich dagegen hinter den über Befragungen erhobenen Fakten. Die eigene Willensbildung geht auf in einer Montage von Zitaten, die aber nicht sprechen, sondern selbst Produkte anderer Zitate, anderer übergezogener Hülsen sind. Auf der anderen Seite ein Verfall der…

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Die Idee ist falsch, weshalb sie auch nicht richtig war

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Es ist der unbeschreibliche Vorteil der einseitigen Kommunikation, dass sie einen versperrten Rückkanal hat. So wie beim Rundfunk auch heute vom Grundgedanken her. Es wird etwas hinaus gesendet, das einen Hörer oder mehrere findet. Diese können darauf alleine oder zusammen reagieren, aber es bleibt ihre Reaktion, die fast nie zum Sender zurückläuft. Brechts Gedanke aus der Radiotheorie, dass jeder Mensch zum Sender werden könne, solle ist noch inspiriert davon. Es ist nur die Umkehrung des Prinzips. Der offene Kanal. Aber so oder…

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Novalis und das Interesse

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

Bei der Lektüre von Aphorismen von Novalis tauchen einige ganz bezaubernde Gedanken auf. Sie sind für den Bildungsbereich durchaus fruchtbar. 35. Interesse ist Theilnahme an dem Leiden und der Thätigkeit eines Wesens. Mich interessirt etwas, wenn es mich zur Theilnahme zu erregen weiß. Kein Interesse ist interessanter, als was man an sich selbst nimmt; so wie der Grund einer merkwürdigen Freundschaft und Liebe die Theilnahme ist, zu der mich ein Mensch reizt, der mit sich selbst beschäftigt ist, der mich durch seine…

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Ruhestörung – denn gute Luft ist besser als gutes Denken

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

Im Anflug der Suche nach historischer Substanz, Buch von Habermas bestellt. Beiligend eine DVD mit dem Film Ruhestörung. Die Tage nach dem Schah-Besuch, als Benno Ohnesorg von einem Polizisten tödlich verletzt wurde. Blick in zahlreiche Diskussionsvorlesungen. Hörsäle voll. Es wird geraucht. Wer wichtig ist, raucht erst recht. War sehr erstaunt über die Diskussionskultur. Die Menschen konnten sich aussprechen. Es wurde fast niemandem ins Wort gefallen. Es gab keine Privatgespräche. Im Saal, in den Räumen war es ruhig. Die Menschen alle sehr gefasst…

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Die Rede ins Leere

  • Lesedauer:1 Min. Lesedauer

Langsam wird mir immer klarer, dass die ganze Medientheorie gar nicht weitergekommen ist. Es ist nichts passiert. Die alte Rede des Übergangs der Medien von einem Distributions- zu einem Kommunikationsapparat ist rein ein technischer Prozess gewesen, der allein formal erfolgte. Die Sprache rauscht mehr denn je an den Beteiligten der Medien vorbei. Das Aneinandervorbeireden ist geradezu zum Standard geworden. Verbunden mit der wachsenden Eitelkeit derer, die sich jetzt als Sender verstehen. Rein historisch lässt sich dies am Verlust des Zitats erkennen. Eine…

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Facebook ist out

  • Lesedauer:1 Min. Lesedauer

Es ist langsam Zeit, die Facebook-Sache zu beenden. In dem Sinn, dass man Facebook nur noch als "News-Aggregator" nutzt. Inhaltlich ist Facebook für mich gestorben. Es ist vorbei mit dir Facebook. Gib auf. Du hast ausgespielt. Die Idee ist simpel, die Umsetzung sehr klug gewesen. Aber du bist nicht mein, du gehörst jemand anderem. Dein Inhalt ist reiner Markt.

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Bruchstücke: Alte Geister Meister – Musikindustrie bei Bernhard | Hmmm

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

Alte Geister Meister - Musikindustrie bei Bernhard Joshua von Brain farts empfahl mir doch die Lektüre von Thomas Bernhards “Alte Geister Meister” – mein erstes Bernhard-Werk. Darin wunderbare Zeilen über die Musikindustrie, die einen mit Musik zumülle und einen “krankhaften Musikkonsumatismus” erzeuge. 1985 wurde der Text verfasst – visionär. "Den von der Musikindustrie total vernichteten Menschen sehe ich schon, sagte Reger, diese Massen von Musikindustrieopfern, die die Erdteile schließlich mit ihrem musikalischen Leichengestank bevölkern, mein lieber Atzbacher, die Musikindustrie hat die Menschen…

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The winner takes it all [Karl Jaspers 1962] | Information und Geld

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Ab und an ist es einfach rückwirkend erhellend, wie sich früher Autoren Problemen angenommen haben, von denen man meinen könnte, sie beträfen nur die aktuelle Zeit. Karl Jaspers hatte 1962 sich Gedanken darüber gemacht, wie man mit Informationen umzugehen hat. Wem man vertrauen kann und was sie konkret bedeuten. Er klagte: "Die Überschwemmung durch Zeitungen und Bücher ist nicht zu umgehen, wenn Freiheit der Information sein soll. Man ertrinkt in der Flut, die als Masse von Unwesentlichem das Wesentliche mit hinwegschwemmt. Manche…

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Brücke bauen

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[ibimage==366==ib_thumbnail==big==self==null]  John S. Johnston: Die Brooklyn Bridge, 1894Brücken bauen. Es gab einmal eine Zeit, waren die Brücken in New York höher als die Häuser.

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Disziplinen und Disziplinierungen

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Man redet und arbeitet mit einem Selbstverständnis von universitären Disziplinen, von Fakultäten und Fächern. Unterteilt das ganze in ein Angebot, das von Medizin über Physik zur Germanistik und Volkswirtschaftslehre reicht. Aber auch hier die Frage, warum? Dass etwas historisch sich so ausdifferenziert hat heißt ja nicht, das es richtig so ist. Wie kann kann man denn überhaupt die Grenzen zwischen den Fächern ziehen und wodurch sind sie begründet? Warum überhaupt ist die Trennung so abstrakt? Auch in den schulischen Disziplinen? Wäre nicht…

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