Kalenderblatt Februar 2007 – Hauptsache Hauptstadtproblem.

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Da juckt es den Mann im Ohr, der da gerade bloggt, was eine Unverschämtheit ist, denn man bloggt ja nur dann und wann, also bestensfalls wenn es einem passt, sonst ja nie. Neenee, nimmer. Ach was. Es passt gar nicht dazu, dass gerade die „Songs For Sad Women“ von Rabih Abou-Khalil im Hintergrund spielen. Könnte man meinen. Ist doch wurscht, sagt der Mann im Ohr, der im kaputten. Der im heilen sagt zwar irgendwas…

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Kommunikationsschwäche im Yorck-Loch

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Nix mit Grass, Fest und Habermas. Obwohl ich mir nicht verkneifen kann, zu sagen, der Fest hatja über den Grass über die Bild-„Zeitung“ verlauten lassen, dass er bei ihm keinen Gebrauchtwagen kaufen würde. Brauchte er ja auch nicht. Er hat den alten Schlitten vom Oberfritzen Speer. (Siehe hier — allzumal ein lesenswerter Text von Albrecht von Lucke zum Thema, so dass ich mich enthalten kann meiner Stimme dazu (gestelzt).) Nein, heute nach langerlanger Zeit…

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Musste mal gesagt werden

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Huffi: Aber alle schimpfen doch auf die neoliberale Pandemie. Mich hat es bestimmt doch auch erwischt. Schauen Sie doch mal, messen Sie doch mal meine Geldbörse und und meine Hirnströme. Nichts. Empty. Aus iss. Ich kann nur noch Englisch: Consulting, Coaching, Financieng, Training, Turnaround, Controlling, Piercing, Developing.Doktor: Das ist ganz normal. Sie sind ein gaanz normales Arschloch, wie wir alle. Kein Grund zur Besorgnis.Huffi: Aber ich fühle mich schlecht dabei.Doktor: Das ist ungewöhnlich. Ich…

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Mythen des Alltags II: Zeit ist Geld

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Zeit ist Geld, sagt ein Sprichwort. Aber es ist genau umgekehrt: Geld ist Zeit.

Station I: Kaufhof, Edeka-Markt. Alles ist hier teurer als sonstwo, normalerweise. Die Kassen sind wenig besetzt, aber es auch nur wenig Kundschaft unterwegs. Entscheidung für Kasse 5, vor mir zwei junge Männer, der eine ist schon beim bezahlen. 4 Euro und paar Popel. Scheckkarte gezückt und bezahlenwollend. Geht nicht, mit Karte geht erst ab fünf Euro. Also zurück in den Laden durch die Gassen und irgendwas finden, was den Mann über die fünf Euro bringt. Mitleidiges Lächeln. Fertig. Dann nur noch ein weiterer junger Mann, „bloß“ mit einer Chipstüte. 1 Euro und ein paar Zerquetschte. Aber es passiert, was passieren muss. Der Mann greift in seine Tasche, macht aus beiden Händen eine Kugel und legt Unmengen kleinster Münzen wie ein Opfer auf das Kassenband. Vier Minuten später war alles von der Kassiererin durchgezählt. Genauso lange dauerte das Stück-für-Stück-Aufklauben der übrigbleibenden Münzen. Meinen angesäuerten Blick erwidert der Mann mit einem, der soviel bedeutet: „Warte Bürschchen, ich mach dich kalt, du feiste Drecksau, du Arschgesicht.“

Station II: Tabakladen W. zwecks Nachschub. Freundlich halte ich einer jungen Besucherin die Tür auf und lasse diese auch noch vor. Man ist ja gut erzogen. Auch sie bestellt nur ein Produkt, Drum in blau. Fein, das geht flott. Aber heute scheint der Tag des Kleingeldes zu sein und ich habe es nicht mitbekommen. Auch sie kramt sich durch ihre Geldbörse, Cent für Cent um am Ende feststellen zu müssen, dass fünf Cent fehlen. Na danke. Geld zurück und Schein hingelegt. Das wars. Als ich dann selbst zur Tat schreiten möchte, bedeutet man mir, dass das Zeug in der montäglichen Lieferung vergessen ward. Aber ich könnte doch das gleiche Produkt in anderer Packungsgröße beziehen. Sie hätten da eine Tonne von, würden die im Zweifel auch kostenfrei liefern. Das letzte mal, als ich dies machte, hatte Regensburg den ganzen Herbst und Winter lang Nebel. Neenee.
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Me and my Amiga 1000 [1990/2004]

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Nachdem man feststellen konnte, dass Semmelmann ein Amigaumtriebiger war, muss das Huflaikhansche Amiga-Wesen auch herausgekitzelt werden. Dazu gehört auch die enthüllung dieses Fottos™, das den Huflaikhan nicht in einer ihm selbst gefallenden Pose zeigt. Man war jung und irgendwer wollte unbedingt das fottografieren. Zu seinen Schwächen des Abends stehen, jawohl. Es zeigt den Geistesarbeiter an seiner Arbeitsmaschine mit dem Licher Pils. Dabei war der Weg zum Amiga eher ungewöhnlich und umständlich. 1986, als Student…

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Niveavolle Unterhaltung

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Zugegeben, ich erhalte gelegentlich Post von einer Vermittlungsagentur, die ich gerne lese, wenngleich ich noch nie angerufen habe, denn dann wirds ja teuer. In dem heutigen Kontaktvorschlag stand aber doch etwas sehr schönes: Bin treu, unternehmungslüstig, liebe Reisen und niveavolle Unterhaltung. Ich halte das für keine Schreibfehler sondern für die Wahrheit, das geht an konkrete Poesie heran und macht mich in der Tat neugierig und lustern.

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Was heißt Bildung von Menschen?

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Musikunterricht darf nicht zum Gefühlsasyl verkommenAngesichts dessen, was sich seit geraumer Zeit in Europa abspielt, scheint es müßig, sich Gedanken um die Musikpädagogik zu machen. Ob man eine oder doch besser zwei Stunden Musikunterricht in der Schule haben sollte oder, ob Gruppenunterricht dem Einzelunterricht vorzuziehen sei, solcherlei Fragen wirken rein technologisch.Ja, müßte man nicht vielmehr in Anlehnung an Theodor W. Adorno fragen: „Gibt es einen richtigen Musikunterricht im falschen Leben." Das würde viel genauer…

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