Neue Musik beim MDR – 2007 – Tränen!

Aus dem Archiv der neuen musikzeitung. Zur gelegentlichen Lektüre. Das war übrigens im April 2007 erschienen. Aber kein Scherz. Jetzt 19 Jahre später? Wo stehen wir?

Der Blick der Radiomacherin
Neue Musik beim Mitteldeutschen Rundfunk: Meret Forster im Gespräch

„Als ich 2004 herkam, konnte ich glücklicherweise auf die engagierte und gute Arbeit von Renate Richter aufbauen. Beim MDR steht die Neue Musik bisher nicht in Frage oder unter Beschuss. Meine Sendestrecke zumindest nicht, die Redaktion Neue Musik auch nicht. Auch bei solchen Sendern wie dem SWR kann man beobachten, dass die Neue Musik zu einem Vorzeigeprodukt werden kann oder geworden ist. Aber es ist zu beobachten – und das ist nicht nur zu bedauern, sondern auch anzuklagen – dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk aus einer Verantwortung zieht, indem Sendestrecken reduziert (…) oder gar Neue Musik-Redaktionen abgeschafft werden. Ich denke, ganz wichtig ist es, dass die Hörer mit Bürger- oder Hörerinitiativen dies zu ihrem Thema machen und an die Öffentlichkeit gehen. Da gibt es ja zum Beispiel beim NDR die Initiative „Das Ganze Werk“. In Berlin machen sich Komponisten, aber auch allgemein kulturinteressierte Hörer bemerkbar und wenden sich an die Rundfunkanstalten und auch an die Öffentlichkeit. Das ist ganz wichtig, denn die Rundfunkanstalten gucken durchaus darauf, was da passiert. Ganz schlimm finde ich es, wenn Neue Musik zum öffentlich-rechtlichen Alibi wird. Dass man sie eine oder eine halbe Stunde parkt und denkt, damit ist die Neue Musik bedient und das Soll erfüllt. Öffentlich-rechtlicher Rundfunk wird nie auf der Zielgerade „Quote“ funktionieren und ein Kulturprogramm wird immer ein Nischenprogramm sein. Wir müssen uns da in realistischen Quotendimensionen bewegen. Quote ist nicht zuletzt auch immer etwas politisch Generiertes. Das ist besonders bedauerlich in Bezug auf die Neue Musik.“

Quelle: Meret Forster im Gespräch mit Barbara Haack nmz 2007/04

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der huflaikhan

Betreiber der Kritischen Masse seit 1995. Seit 2023 Wiederaufnahme. Promotion mit einer Arbeit über Adornos kompositorische und theoretische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik. Arbeit für den Bayerischen und den Mitteldeutschen Rundfunk als freier Autor und Regisseur – zumindest bis Ende 2015. Online-Redaktion für neue musikzeitung, Jazzzeitung und Oper & Tanz. Unglücklich, aber fast taub.

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