Zur Musiksoziologie

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Diese Einsicht stammt aus der Zeit des mittleren Endes des kolonialistischen Imperialismus'. Gerade noch hatte man rechtzeitig den Phonographen erfunden und bannte damit die letzten Urlaute auf Walze. Mir persönlich waren diese Ethnologen immer fremd geblieben. Dieses Analysieren von Musik anderer Kulturen, wo ich doch schon mit der „eigenen“ genug Probleme zu bewältigen hatte. Das war Sandalenmusik und Bambusröckchen-Gekloppe. Nun, nach dieser Lektüre sehe ich es anders. Der Witz ist nämlich folgender: Die „echten“ Musikwissenschaftler damals waren regelmäßig ultrakonservativ, hingegen die Musikethnologen…

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Manchmal wütet es

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wie heute, wenn man den öffentlich-rechtlichen Rundfunk betritt und die Eingangshalle eines Gebäudes schon ganz auf Fasching verstellt ist. Und das mit unseren Gebühren.

Also sucht man sich zwangsläufig einen anderen Weg zum Studio und geht einen Paßweg entlang, der gerade aufgemöbelt wird und ein paar Plakate auf eine ARD-Sitzung hinweisen, ebenso die notorischen Tassen mit Kaffeekannen aus Thermos. Da recht sitzen sie also, die Heinis der Kulturabschaffungsbehörden im Rundfunk, die Intendanten und Programmdirektoren. Man hört im Vorraum den Namen Romann, den man informieren müsse. Ich denke, ich spaziere da gleich mal rein und puste denen mal meine Meinung hinter die Löffel. (Was ich wirklich dachte, das sage ich als anerkannter Kriegsdienstverweigerer besser nicht).

Und dann geht es auch noch an einer Tür vorbei, drauf steht, Blabla — Vorsitzender des Rundfunkrates. Also derjenigen Instanz, die leider längst vergessen hat, wie man seine Kukidentreinigung des zahnlosen Gebisses vornimmt. — Anmeldung über Zimmer pipapo. Mann, war ich geladen — wie die PK 90 in meiner Schublade, die ich zur Sicherheit vor weiteren IKEA-Übergriffen bei mir habe.

Da ist man plötzlich so dicht an diesen Laschis dran und könnte mal so richtig … (das sage ich als anerkannter Kriegsdienstverweigerer besser nicht).

Ich musste ins Studio! Das war wichtig. Zuvor das übliche Reinwaschungsritual. Während meiner persönlichen Urinentladung auf dem dafür vorgesehenen Platz zielte ich versehentlich (wirklich) daneben [also: erstens wirklich daneben und zweitens wirklich versehentlich] — scheinbar hing das Urinal tiefer als sonst. Die Händereinigung gestaltete sich auch schwierig. Erst riss ich den Schaumspender von der Wand, danach den Rollhandtuchspender aus der Verankerung. Hey, und das nicht, weil ich etwa versuchte, die Spuren meiner untrefflichen Wassererleichterung zu tilgen, obwohl ich das wirklich (ganz ehrlich) gewollt hätte — aber soll ich das Teil nun wirklich rausreißen zur Bereinigung, hat sich das irgendwer so gedacht? Und das mir schmalem Handtuch.

Und das alles von meinen Gebühren.
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Hol

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Ich bin in IKEA, hol mich hier raus. Ich weiß ja nicht mal, wie ich hineinfiel. Es war glatt, ich war jung, die Angebote waren verlockend. Plötzlich plumps. Dann sah ich nach oben, mehrere Tage. Voll Gelb, voll Staubweben. Da traute ich mich gar nicht raus. Aber andererseits: Es war sehr schön und gemütlich.

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Der gesündeste Verstand

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Nach 20 Jahren mal wieder Henry David Thoreau. Ja, der mit der Aufforderung zum Ungehorsam gegen den Staat. Der hat da doch sich einmal verzogen nach Walden und ein Häuschen gebaut, weil er, wenn ich mich recht erinnere, nicht so gerne in die Kriegskasse zahlen wollte. In seinem Buch aus dem Leben in den Wäldern, da gibt es ebenfalls eine Passage, die so hübsch wie ulkig und achtmalklug ist. Den gesündesten Verstand hat der Mensch, der schläft, und er drückt ihn aus,…

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Das Weltgeheimnis & der Kitsch

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Ein Junkie erklärt nichts. Nein, das tut er nicht. Aber er mag um Rücksicht bitten dafür, dass er gerne in alten Büchern herumliest und sich immer wieder aufs neue angeregt fühlt. Durch Typographie, durch Gestaltung, durch Texte, durch die Zeit selbst. Denn auch die Vergangenheit kann ein (vielleicht auch heilsamer) Spiegel sein. So entdeckt, ein namenloses Bekenntnis zum Kitsch in „Europa 1925“, einem Buch von dem Tucholsky sagte, dem Setzer müssten die Ausrufungszeichen wohl ausgegangen sein und der das Werk „unlesbar“ fand.…

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Das Weltgeheimnis

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Ein Junkie erklärt nichts. Nein, das tut er nicht. Aber er mag um Rücksicht bitten dafür, dass er gerne in alten Büchern herumliest und sich immer wieder aufs neue angeregt fühlt. Durch Typographie, durch Gestaltung, durch Texte, durch die Zeit selbst. Denn auch die Vergangenheit kann ein (vielleicht auch heilsamer) Spiegel sein.

So entdeckt, ein namenloses Bekenntnis zum Kitsch in „Europa 1925“, einem Buch von dem Tucholsky sagte, dem Setzer müssten die Ausrufungszeichen wohl ausgegangen sein und der das Werk „unlesbar“ fand.
„Möchtest du in Prenzels Haut stecken, Maximilian?“
„Gewiß, Lothar, denn Prenzel ist Geist.“
„Aber Geist ist Kitsch.“
„Aber ich bekenne mich zum Kitsch.“
„Und dieses Bekenntnis zeugte von Geist?“
„Von tiefstem Geist.“
„Aber Geist ist Kitsch. So zeugt dein Bekenntnis doch von Kitsch.“
„Gewiß. Kitsch bekennt sich zum Kitsch. Das ist das Weltgeheimnis.“


Auch aus dem Brockenhaus (Handbuch des Kunstwissens) der Begriff Skulptur:
Nimm einiges, setze in Raum und behaupte. Fehlt hierzu der Mut, gehe vertrauend in die Sammlung der Abgüsse und sprich von geschichtlicher Kontinuität
Oder den Begriff „Für Portraits“
nimm keck WC Brille als Rahmen. Fast jedes Gesicht paßt hierein. Man wird deine Vision des Seelischen allgemein loben.
Und jetzt muss ich erst mal was essen.
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Kallmünz

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Ausflug durchs Tal der Naab ins Mittelgebirge. Da liegt es schön an der Naab, das Kallmünz. Da ist eine Metzgerei noch eine Metzgerei. Überhaupt ist hier um Regensburg noch einiges einfach solide und streng freundlich, so im Verkehr mit Menschen und mit prämierten Würsten wie Chilli-Peitschen von der Metzgerei Schmitt.

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Lebensläufe

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Versperrter Weg nach Osten Frage: Warum gehen Sie nicht in den Osten? Antwort: Die halten sich nicht an Verjährungsfristen. Aus: A. Kluge: Lebensläufe, Frankfurt/Main, 1986, S. 24.

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Was moralisch ist, das ist moralisch

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Im Jahre 1918 bezog der sowjetische Pädagoge Makarenko mit einer Gruppe von acht jugendlichen Verbrechern eine abgelegene ehemals zaristische Baracke, in der es nichts gab als eine Axt, mit der sie sich gegenseitig totschlagen konnten. Sie haben sich nicht totgeschlagen, weil sie sich gegenseitig brauchten. Zit. nach: Kluge, Lebensläufe, Frankfurt/Main 1986, S. 154.

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Was man weiß, das weiß man eben

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Zumindest solange, bis man es vergisst, oder besser weiß. Noch weiß man unter Bezug auf einen Antrag der Regierungskoalition, dass das Folterverbot auch im Falle des internationalen Terrorismus besteht: Die CDU/CSU machte deutlich, sie teile die Auffassung der Koalition weitgehend. Die Äußerungen im Koalitionsantrag seien auch nicht korrekt. Die gesamte deutsche Rechtswissenschaft habe eindeutig die Folter abgelehnt. Einen anderen Eindruck zu erwecken, sei falsch und werde der Situation nicht gerecht. Da hat die CDU/CSU ja man recht. Was sind das denn für…

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