Nutzungswert

  • Lesedauer:4 Min. Lesedauer

Die pauschalen Vergütungen auf Geräten und Leermedien befinden sich auf dem Stand von 1985. Die Bundesregierung hat bereits in zwei Vergütungsberichten festgestellt, dass sie nicht mehr angemessen, das heißt zu niedrig, sind, ohne hieran jedoch etwas zu ändern. Wenn schon der Gesetzgeber die Privatkopie erlaubt, also die Rechte des Urhebers durch Ausnahmen eingeschränkt werden, fordern die Rechteinhaber wenigstens eine angemessene pauschale Vergütung. Deren Höhe wird vornehmlich durch den Nutzungswert der urheberrechtlich geschützten Werke und Leistungen bestimmt und weniger durch den Preis der…

WeiterlesenNutzungswert

Nutzungswert [Enzyklopädie der Kritischen Masse]

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Die heutige Pressemeldung aus dem Hause der Deutschen Phonoverbände mit dem Titel: Forum der Rechteinhaber fordert angemessene pauschale Vergütungen und effektivere Regeln zur Pirateriebekämpfung im Urheberrechtsgesetz ist ein bisschen pikant. Die pauschalen Vergütungen auf Geräten und Leermedien befinden sich auf dem Stand von 1985. Die Bundesregierung hat bereits in zwei Vergütungsberichten festgestellt, dass sie nicht mehr angemessen, das heißt zu niedrig, sind, ohne hieran jedoch etwas zu ändern. Wenn schon der Gesetzgeber die Privatkopie erlaubt, also die Rechte des Urhebers durch Ausnahmen eingeschränkt werden,…

WeiterlesenNutzungswert [Enzyklopädie der Kritischen Masse]

Stuhlgang II

  • Lesedauer:2 Min. Lesedauer

Ach, um noch einmal ernst zu werden oder zu sein. Etwas überrachend heute der Blick in die Schublade meines CD-Abspielers. Eine CD war da drin, die ich unmöglich da hinein habe tun können. Musik-CDs werden bei mir doch schon einigermaßen sorgfältig gewählt und ich weiß auch was ich dann tue. Aber heute war es merkwürdig. Beim Einlegen einer gewünschten Tonträger-CD sprang aus dem Player ein heraus, die ich unmöglich hinein tat in den letzten Tagen. Von Mendelssohn-Bartholdy die Quartette op.12 und op.13…

WeiterlesenStuhlgang II

To whom it may concern

  • Lesedauer:1 Min. Lesedauer

Ach, die Tür des Glücks, sie geht nicht nach innen auf, so daß man, indem man auf sie losstürmt, sie aufdrücken kann; sondern sie geht nach außen auf, und es bleibt einem daher nichts zu tun. Das sagte der olle Kierkegaard in Entweder-Oder. Das Glück lässt sich nicht herausfordern, es ereilt einen oder eben auch nicht — wäre es sonst denn Glück? Und was noch zu erwähnen wäre: Wenn man des Nachts von einem Polarisationsfilter träumt, dann muss irgendetwas Ungereimtes im Essen…

WeiterlesenTo whom it may concern

Lieber Herr Romann,

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Und noch einmal zum Mitrechnen. Genauso gut könnten Sie, Herr Romann, ja sogar sagen, dass monatlich dann 30 × 240.000 Hörer NDR Kultur hören, also ± 7.200.000 Hörer. Und man könnte auch anders ermitteln, mit Methoden der Hochrechnung, denn anders läuft es doch bei Ihnen auch nicht. Wirklich gezählte Hörer „deutschlandweit“ hatten Sie nämlich nur laut Media-Analyse 2004/2 nur ± 241 Hörer (das ist die absolute Zahl). Dagegen sind es beim GANZEN Werk 853 Mitglieder (Zahl steigend). Wollen wir beide das mal…

WeiterlesenLieber Herr Romann,

Öffentlich-rechtlich – das Scheitern einer Ehe

  • Lesedauer:5 Min. Lesedauer

Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk bläst gehörig der Wind entgegen. Neben dem schleichenden Abbau seines Kultur- und Bildungsauftrages, wie es der Rundfunkstaatsvertrag andeutet, wehren sich auch Brüssel und der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation eV (VPRT) deutlich. Das rief die Intendanten von WDR und ZDF sowie die Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) auf den Plan. Anlass ist die Überprüfung des Online-Angebots der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Darf es sein, dass die durch Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten den Privatunternehmen Konkurrenz machen? Das nämlich meint der VRPT und der…

WeiterlesenÖffentlich-rechtlich – das Scheitern einer Ehe

Hörthört!

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Online-Dienste funktionieren aber nicht nur durch den Markt. Ebenso wie beim Rundfunk besteht bei einer überwiegend privatwirtschaftlichen Finanzierung die Gefahr, dass andere als Masseninteressen vernachlässigt werden, die Programmplanung stark an den Interessen der Werbewirtschaft orientiert ist und es schließlich zu einer unausgewogenen Berichterstattung kommt. Mit einem Satz: Es besteht die Gefahr, dass kommunikationsfremde Faktoren den publizistischen Prozess der Aufklärung beeinflussen.
Und was die Frau Ministerin vergaß zu sagen, dass dieser Prozeß leider auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ereilt hat.
Und hier muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Beitrag leisten können. Rundfunkanstalten entwickeln sich immer mehr zu Kommunikationsunternehmen. Zwar sind die öffentlich-rechtlichen Anbieter nicht die alleinigen Lordsiegelbewahrer für verlässliche und vielfältige Informationen, aber sie müssen die Möglichkeit der Teilhabe an den neuen Verbreitungswegen haben. Nur so können sie ihren Kultur- und Bildungsauftrag erfüllen.

Oh wie nett: Die armen öffentlich-rechtlichen Dingensdongens „müssen die Möglichkeit der Teilhabe“ haben. „Nur so können sie ihren Kultur- und Bildungsauftrag erfüllen.“ Die Worte will ich hören, doch fehlet mir der Verstand sie zuzuordnen. Ein hochministerielles Mitleid mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Jaja, Recht hat sie unsere Frau Staatsministerin, jaja. Herr Romann, hören sie gut zu: Es liegt daran, dass NDR Kultur keine Möglichkeit zur Teilhabe hat, dass ihre Welle den Kultur- und Bildungsauftrag nicht erfüllen kann. Es geht ihnen so schlecht, dass sie nach Quoten schielen müssen. Jaja. Wir brauchen dringend ein Live-Aid für den NDR, den armen. Ich erwarte sehnlichst ihre Weihnachtspost für Spenden, Herr Romann, denn ich will helfen.
Zitate aus: Entwicklungsmöglichkeiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Europa im digitalen Zeitalter
(mehr …)

WeiterlesenHörthört!

Öffentlich-rechtlich – das Scheitern einer Ehe

  • Lesedauer:5 Min. Lesedauer

Das rief die Intendanten von WDR und ZDF sowie die Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) auf den Plan. Anlass ist die Überprüfung des Online-Angebots der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Darf es sein, dass die durch Gebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten den Privatunternehmen Konkurrenz machen? Das nämlich meint der VRPT und der Vorgang der gestrigen Pressekonferenz ist in der FAZ dokumentiert. Unter anderem geht es um bestimmte und unbestimmte Formen der Werbung:„Der Privatsenderverband VPRT hat bei einer Untersuchung im Frühjahr 1484 verschiedene Artikel in den Shops von…

WeiterlesenÖffentlich-rechtlich – das Scheitern einer Ehe

Kaffehaus

  • Lesedauer:3 Min. Lesedauer

Kaffeehaus

Du hast Sorgen, sei es diese, sei es jene — ins Kaffeehaus!
Sie kann, aus irgend einem , wenn auch noch so plausiblen Grunde, nicht zu dir kommen — ins Kaffeehaus!
Du hast zerrissene Stiefel — Kaffeehaus!
Du hast 400 Kronen Gehalt und gibst 500 aus — Kaffeehaus!
Du bist korrekt sparsam und gönnst Dir nichts — Kaffehaus!
Du bist Beamter und wärest gern Arzt geworden — Kaffeehaus!
Du findest keine, die Dir paßt — Kaffeehaus!
Du stehst innerlich vor dem Selbstmord — Kaffeehaus!
Du haßt und verachtest die Menschen und kannst sie dennoch nicht missen — Kaffeehaus!
Man kreditiert Dir nirgends mehr — Kaffeehaus!

Peter Altenberg

Ein Gedicht aus einer Zeit, da es alles noch nicht so kompliziert war. Die Kaffeehäuser von heute sind immer seltener solche Stationen der regenerativen Flucht. Umso schöner, dass ein solches doch direkt ein Haus weiter von meiner Wohnung liegt. Da kommt man von einer langen Fahrt heim, wurde gar herrlich chauffiert und bittet dann den lieben Fahrer zu einem abschließenden Espresso am Konditoren-Tisch. Da mag man noch so ungllücklich sein mit so einer Stadt, plötzlich fühlt man sich daheim. Der Konditor erklärt einem die Welt und einen selbst. Er registriert die feinste Veränderung der eigenen Seele, teils mit (mit)wissendem Grinsen, teils voll Überraschung, teils mit Genugtuung. Man sitzt noch nach Geschäftsschluss so da, unterhält sich über Arafat und bekommt Antowrten auf die Frage, was denn in den letzten fünf Tagen so in der Welt passiert ist. Man dreht die Münzen zwischen Schily und Beckstein, zwischen den total verkommenen 68ern, die ihren Controllern in den Arsch kriechen. Verfassungsrechtliche Fragen treten hinzu und noch ein Gast, ein angeheirateter Doktor der Jurisprudenz. Ein Keks wird gereicht. Jeder nimmt jeden auf den Arm. Kaffeehaus!

Und am besten, man sucht sich eine Schokolade, handgetafelt selbstredend, aus.
(mehr …)

WeiterlesenKaffehaus