Hölderlin

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Und siehe, mein Bellarmin! wenn manchmal mir ein Wort entfuhr, wohl auch im Zorne mir eine Träne ins Auge trat, so kamen dann die weisen Herren, die unter euch Deutschen so gerne spuken, die Elenden, denen ein leidend Gemüt gerade recht ist, ihre Sprüche anzubringen, die taten sich dann gütlich, ließen sich beigehn, mir zu sagen: klage nicht, handle! O hätt ich doch nie gehandelt! um wie manche Hoffnung wär ich reicher! – Ja, vergiß nur, daß es Menschen gibt, darbendes, angefochtenes,…

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Peter Weiss: 1979

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Der Widerstand wird erniedrigt, verhöhnt. Das Geld fließt ein, macht alles korrupt. Nur der Widerstand läßt sich nicht korrumpieren. Also muß er ausgelöscht werden. Peter Weiss, Notizbücher 1971-1980 Bd.2, Frankfurt/M. 1982, S. 893

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Container II: Alida – 2004

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Das Schlimmste am Nachmittag: Das Geständnis. „Ich habe den Auftrag erhalten, Dich umzubringen.“ Ja, mein lieber Schattenmann, aber musst du das auch noch so brüllen. Sieht eigentlich außer mir noch jemand diesen Scheiß? Warum brüllen die da immer so. Alida - Brüllen am Nachmittag. Ich habe dich betrogen! Ja, ich habe dich auch betrogen. Ja, und ich habe dich beim Betrügen betrogen. Ja, plötzlich stand ein junges sexy Ding vor mir. Ja, du mich auch. Du Arschloch. Du Schwein. Noch eine Kleinigkeit,…

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Container II: Alida – 2004

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Das Schlimmste am Nachmittag: Das Geständnis. „Ich habe den Auftrag erhalten, Dich umzubringen.“ Ja, mein lieber Schattenmann, aber musst du das auch noch so brüllen. Sieht eigentlich außer mir noch jemand diesen Scheiß? Warum brüllen die da immer so. Alida – Brüllen am Nachmittag. Ich habe dich betrogen! Ja, ich habe dich auch betrogen. Ja, und ich habe dich beim Betrügen betrogen. Ja, plötzlich stand ein junges sexy Ding vor mir. Ja, du mich auch. Du Arschloch. Du Schwein. Noch eine Kleinigkeit, ich muss dir gestehen, dass ich gar kein Mann bin. WAAAS? Seit fünf Monaten betrüge ich dich schon mit mir. WAAAS? FÜNF MONATE? Alida: Wer hat wen verlassen, nu aber raus! WEEER? Ich bin nur mit dir ins Bett gegangen, weil ich ein KInd wollte! WIIIEE? Ich bin doch gar kein Mann. WAAASS? Alida: Das macht mich jetzt doch ein bisschen stutzig, das verstehe ich nicht. Wer ist der Vater? Welcher VATER, denn? Ich hab wirklich einmal Sex gehabt mit einem anderen Mann, der dein Bruder, ähh meine Schwester ist. WAAAS? Ja und dann kam Mike. WEEER? Mike, dieses Arschloch. Alexandra ist deine Tochter! Alida: Wer ist jetzt der Vater?

Sowas passiert, wenn man zu viele Telerätsel auf NeunLIVE „moderiert“ hat. Das ganze Leben wird zum Rätsel. Und das ist nun eine so fürchterliche Erkenntnis, dass man gar nicht bemerkt, wie sich das Netzkabel des Fernsehers um die eigenen Beine geschlungen hat und der Rauswurf des Geräts der Tumbheit einen nur noch tiefer hinabzieht. Lecko mio.
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Peter Weiss: 1979

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In Vietnam, auf das 14 Millionen Tonnen Bomben gefallen waren. In Vietnam, wo sich 25 Millionen Bombenkrater befanden. Peter Weiss, Notizbücher 1971-1980 Bd.2, Frankfurt/M. 1982, S. 827

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GEMA und die Quote

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Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass sich dem Gema mit dem Thema Quote nicht auseinandergesetzt hat. Irrtum. Meister Kreile hat einiges dazu vom Stapel gelassen, und zwar am 30.6.2004. Die Verächter jeder Quotenregelung meinen, der Markt müsse es selber richten. Sie übertragen also eine ökonomische Gesetzmäßigkeit des Gütermarktes auf den musikalischen, ideell-kulturellen Markt. Das ist absolut ein Novum seitens der GEMA-Sprache. Ganz auf einmal redet sie vom ideell-kulturellen Markt. Es passt eben genau das in den Kram, was gerade passen muss. Wenn…

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Peter Weiss: 1974

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Ästhetische Fragen sind immer politische Fragen Hier ist die Rede von einer Ästhetik, wie sie gesucht wird mitten im Widerstand gegen die brutalste Unterdrückung – (…) die Ästhetik, die sie wollen, ist die Ästhetik des Widerstands Peter Weiss, Notizbücher 1971-1980 Bd.1, Frankfurt/M. 1982, S. 423

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taktlos # 83: Krebsstation – Musik macht Mut

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Taktlos sendete am 3. November 2004 live aus dem Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin im Münchner Klinikum Großhadern. Von der möglichst frühen Begegnung mit Musik im menschlichen Leben ist reichlich die Rede. Die aktuelle Schlagzeile lautet da: Musikerziehung beginnt neun Monate vor der Geburt. Über die Bedeutung von Musik in Zeiten schwerer Krankheit, in der letzten Lebensphase, im Angesicht des Todes, wissen wir wenig. Vielleicht eine Folge des Phänomens, dass wir in unserer Zivilisation Gedanken über das Kranksein, das Sterben massiv und erfolgreich verdrängen. „Krebsstation – Musik macht Mut“ – haben wir über die aktuelle taktlos-Sendung geschrieben. Die gesamte Sendung ist auch nachzuhören als Real-Audio.

Beitrag Hufner

Musik: Gustav Mahler: Das Lied von der Erde Der Abschied – Anfang

Autor: 600 Jahre vor unserer Zeitrechnung hat Me-Ti in einem chinesischen Text folgenden Ratschlag erteilt:
»Wenn die Edlen des Landes wirklich das Wohl des Volkes im Auge haben, so sollten sie Musik, wo immer sie auftritt, verhindern und verbieten. Denn dass das Volk Musik betreibt, hat vier Nachteile: Die Hungrigen werden nicht gesättigt, die Frierenden nicht gewärmt, die Obdachlosen bleiben obdachlos, und die Verzweifelten werden nicht getröstet.«
Musik, so die Quintessenz ist nicht nur überflüssig, sondern sogar schädlich. Diese Art des Umgangs mit Musik ist auch in der Gegenwart spürbar. Man kann ihr nicht trauen. Gleichwohl kommen neuere musikpsychologische und musikphysiologische Untersuchungen zu anderen Ergebnissen. In dem Aufsatz »Musik und Emotion – Zu Wirkung und Wirkort von Musik« vergleichen Michael Grossbach und Eckhart Altenmüller die Wirkung bestimmter Musik mit Rauschmitteln. Sergeij Rachmaninows zweites Klavierkonzert oder Samuel Barbers Adagio for Strings rief bei manchen Menschen folgende Reaktionen hervor:
»Es kam zu einer Aktivierung des endogenen limbischen Selbstbelohnungssystems im Bereich der tiefgelegenen Hirnregionen der Mandelkerne, des Mittelhirns, der inneren Anteile der Schläfenlappen und der unteren Stirnregion. Dieses Aktivierungsmuster entspricht exakt demjenigen, das bei Einnahme starker Rauschdrogen wie Heroin und Kokain entsteht.«
Musik: Barber, Adagio for Strings (geht alles und kann überall drunter liegen)

Sprecher: Nun scheint es zwar vermessen, Musik als Ersatz für eine Schmerztherapie einzusetzen, aber als Ergänzung hierzu kann sie, abhängig von der persönlichen musikalischen Sozialisation des Erkrankten, viele hilfreiche, positive Effekte hervorbringen. Vor allem bedarf es bei dem Einsatz von Musik in therapeutischen Zusammenhängen nicht eines langwierigen Zulassungsverfahrens wie bei Medikamenten. Und etwas weiteres fällt auf: Die Komponente der sozialen Wirkung von Musik, so wenig sie auch erforscht ist, dürfte unmittelbar einsichtig sein. Das wissen und spüren intuitiv alle, die gemeinschaftlich Musik betreiben. Altenmüller und Grossbach stellen im Gegensatz zur chinesischen Erkenntnis fest:
»Die archaischen, einst das Überleben in der Gemeinschaft und durch die Gemeinschaft sichernden Strukturen unseres Emotionssystems werden heute in der Kunst zu etwas zunächst vollkommen Zweckfreiem genutzt. Aber die dadurch erzeugten positiven Emotionen aktivieren das Belohnungssystem unseres Gehirns und machen so das Leben reicher.«
Musik kann Mut machen, Musik kann trösten. So sinnvoll kann eigentlich nur etwas sein, was an sich von Zwecken frei ist.

Musik: Gustav Mahler: Der Abschied – „Ich sehne mich, oh Freund, an deine Seite, die Schönheit des Abends zu genießen“
Den Beitrag als Real-Audio anhören.
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Container I: Sarah Kuttner – 2004

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Sarah KuttnerShooting Star (das sollte man mal wörlich nehmen) bei Viva mit einer urkomischen bis total bekloppten Geschwätzshow. Dazu dann diese Handbewegung des Haare-aus-dem-Gesicht-Streichens. Man mag einwenden, zum Fernsehen gehören immer mindestens zwei. Ja, das lässt kaum sich leugnen. Schlimmer wirds, wenn drei oder vier dazu gehören.

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