Traurige Tweets – Orchesterkultur
Wir wissen bis heute noch nicht, wofür Twitter jetzt mal so gut ist. Obwohl: Wissen wir schon. Kurznachrichtendienst, sagen die sogenannten Leitmedien mit ihrem qualitätsgetränkten Leitjournalismus. Die nmz ist bei Twitter übrigens auch präsent mit über 3.600 Followern (@musikzeitung) und einem Strauß von Kurznachrichten, übrigens schon knapp 15.000 Tweets. Das ist wahscheinlich toll. Und ja, wir nutzen das auch, um Kurznachrichten zu senden – und zu lesen. Heute lasen wir das: https://twitter.com/SWR2/status/567690944061767680 Das ist wirklich ein netter Zug des SWR. Man kümmert…
Revolution
Der Unterschied zwischen künstlerischer und politischer Revolution: erstere kommt aus der Freiheit, letztere aus dem Gehorsam. Deswegen ist eine Kulturrevolution praktisch unmöglich, sie widerspricht sich selbst.
Wer deckt hier was auf, Mario?
Mit erstaunlichem Erfolg hat das RTL oder SAT1 oder so ein Sender jetzt im Programm, wo beim Namen genannt wird, was es an Steuerverschwendung in Deutschland so gibt. Kein Mensch wird bestreiten, dass dies oft und häufig genug der Fall ist. Die Sendung trägt den Titel „Mario Barth deckt auf“ – und damit beginnt schon leider der Betrug im Namen der Aufklärung. Ist Mario Barth unter die Aufklärer gegangen, die investigativen Journalisten gar? Undenkbar. Die haben gute Drehbuchschreiberinnen! Gute Kameramänner und -frauen,…
Schlechte Arbeitsatmosphäre und Kultur
Die Welt hat einen Text über die finanzielle und soziale Lage von Praktikanten veröffentlicht. Wir hatten ja schon mal in anderem Zusammenhang über ein eigenartiges Praktikum beim Deutschen Musikrat berichtet. Also im Allgemeinen sieht es gar nicht mal so schlecht aus. Angeblich bekommen die Praktikanten nämlich ca. 400 € als finanzielle „Entschädigung“. Das ist vielleicht nicht so ganz viel. Aber es ist ja auch ein Praktikum und keine vollständige Arbeitsstelle – normalerweise. Aber ums Geld soll es jetzt gar nicht gehen. Eine…
Massive Revolution in Schland, digital jezze voll gefordert
Die Tickerzeile hatte es in sich: Bund will mit Milliardenförderung digitale Revolution vorantreiben Oh, Freude, da kommt ja ein Geldsegen auf die digitale Ausgabe der nmz zu. Denn für Revolution sind wir eigentlich schon, und für eine digitale ebenso, auch wenn wir nicht genau wissen, was die sein soll. So eine Revolution bedeutet ja etwas wie Umwälzung, auch Umsturz. Wir hatten da in unserer jüngeren Vergangenheit „revolutionäre Zellen“ und so Zeug. Der Staat und das Volk liebten sie nicht so sehr. Und…
Atemlos … in die ästhetische Wende …
19 Sekunden, die kein Leben verändern werden, die aber wirklich wichtig sind. Der Film ist geeignet, das Weltbild komplett zu ändern. 19 Sekunden, die ohne Ton nicht gehen, auch wenn es weh tut.
Naja, da gibt es schon ein Remake. (Oder war es schon zuvor da?)
Gehalt
Und deshalb noch etwas Gehaltvolles hinterher.
Musikförderung: Kreative Lösungen sind gefragt
Überall wird gespart. Des Jammerns ist kein Ende. Überall? Nein, heute wurde gemeldet, dass die Ausgaben des Verteidigungsministerium für Rüstungsforschung sich in den letzten Jahren verdoppelt hätten. Keine besonders große Summe. Ein paar lausige Millionen, die an den Unis zur Erforschung von geheimen Dingen ausgegeben worden sind. Um was es genau geht, will man nicht sagen, weil man daraus schließen könne, wo die Defizite liegen. Das ist Politik. Das ist unsere Sicherheit.
Auf der anderen Seite, insbesondere im kulturellen Sektor wird dagegen gespart, fast überall. Gerne nehme ich Positivmeldungen entgegen.
Was kann man daraus aber lernen? Man muss im kulturellen Sektor umzudenken anfangen! Sich auf Projekte setzen, bei denen das Geld lockerer sitzt. Warum die Slogan “Musik macht schlau” nicht umändern: “Musik stärkt die Verteidigung des Vaterlandes”, “Musik macht stark”, “Musik verhindert Terroranschläge”.
Der heilige Benedikt Stampa der I. und der Fußball
Was liegt eigentlich näher, als sich während der WM oder in ihrem Umfeld mit den kulturtheoretischen Fragen zu beschäftigen, die dieses globale Phänomen aufwirft. Das WM-Blog macht hier ja nichts anderes. Es ist ja immer das Gleiche, wenn man erst einmal anfängt, in so einem Themenhaufen herumzustochern, dann tun sich mit jedem Pieks neue Fragen auf – mal mehr lohnend, mal eher weniger, mal schießt man neben das Themen-Tor, mal randaliert man und wird vom Platz gestellt. Und schon hat man in Analogien seine Seele gebadet und Metapher übernommen. Aber man darf das natürlich nicht, wie Toni Polster sagt, hochsterilisieren.
Also: Im Umfeld erschien ein auf den ersten Blick recht anregender Artikel von Benedikt, dem Intendanten vom Konzerthaus Dortmund. Er erschien in der aktuellen Ausgabe des Monatsmagazins KM des Kulturmanagement Networks. Stampas Arbeit in Dortmund gilt gemeinhin als erfolgreich, er genießt einen guten Ruf. Im Magazin (Ausgabe 90, Thema Freizeit) versucht er sich an einem Vergleich zwischen den Kommerzialisierungsentwicklungen im Fußball, die er ungetrübt allgemein lobt und die Möglichkeiten einer Kommerzialisierung des Konzertbetriebs. Das klingt interessant, gehen wir der Spur Stampas nach.
Kultur? Abschaffen! (revisited)
Es ist jetzt 15 Jahre her, da habe ich in der nmz gefordert: Kultur? Abschaffen! Darin zitiere ich Boris Groys: Der Medientheoretiker Boris Groys sprach in der Süddeutschen Zeitung vom 15. Mai 1999 sogar von einem „Verrat der Theorie“ und dem Sieg der „Massenkultur“ über die „Hochkultur“. „Die problematische künstlerische Qualität der massenkulturellen Produkte spielt (…) keine Rolle. Die heutige Theorie ist jederzeit bereit zuzugestehen, daß es sich dabei meistens um irgendeinen kulturellen Müll handelt. Aber dieser Müll verbreitet sich überall, schafft…